Erfahren Sie wie Sie Schritt für Schritt eine Balkonumrandung aus unseren Platten errichten. Mit allen wichtigen Informationen rund um die wetterfesten Platten aus Hochdruck-Laminat.
Die Unterkonstruktion steht, die geeigneten Balkonplatten sind ausgewählt und nun sollen die einzelnen Elemente befestigt werden. Damit die fertige Verkleidung gerade ausgerichtet ist und sich bei Temperaturwechseln bewegen kann, beginnt die Montage nicht mit dem Bohren, sondern mit einem sorgfältigen Aufmaß.
In dieser Anleitung zeigen wir, wie Sie die benötigten Plattenmaße bestimmen, die Bohrungen vorbereiten und die HPL-Platten anschließend an der vorhandenen Unterkonstruktion montieren. Die Anleitung bezieht sich auf eine sichtbare Schraubbefestigung mit geeigneten Balkonschrauben.
Wichtig: Bei einer absturzsichernden Balkonfüllung müssen Platte, Plattenstärke, Unterkonstruktion, Befestigungssystem, Abstände und Einbausituation als vollständiges System geeignet sein. Die folgende Anleitung ersetzt keine statische oder baurechtliche Prüfung.
Werden die HPL-Platten bereits im passenden Maß bestellt, ist für die Montage keine große Werkstattausstattung erforderlich. Die wichtigsten Werkzeuge dienen dem Messen, Anzeichnen, Bohren und Ausrichten.
Tipp: Legen Sie die Platte beim Bohren vollständig und eben auf. Eine Holzunterlage direkt unter der Bohrstelle reduziert Ausbrüche auf der Rückseite.
Bei einer absturzsichernden Ausführung sollten ausschließlich dafür geeignete Balkonplatten verwendet werden. Passende Befestigungsmittel finden Sie in der Kategorie Schrauben für Balkon und Fassade.
Beginnen Sie erst mit dem Aufmaß, wenn die Unterkonstruktion vollständig montiert, gerade ausgerichtet und fest mit dem Baukörper verbunden ist. So können die tatsächlichen Abstände direkt vor Ort gemessen werden.
Werden die HPL-Platten nicht bereits im passenden Maß bestellt, müssen die Zuschnitte vor dem Bohren hergestellt werden. Welche Sägen und Fräser sich eignen, wie die Platte sicher aufgelegt und fixiert wird und wie saubere Schnittkanten entstehen, erfahren Sie in unserem Blog HPL-Platten schneiden.
Messen Sie jedes Feld einzeln. Auch bei optisch gleich großen Bereichen können kleine Abweichungen vorhanden sein. Notieren Sie zu jedem Element die Breite, Höhe und Position, damit die später gelieferten Platten eindeutig zugeordnet werden können.
Die Platten dürfen nicht stramm zwischen angrenzende Bauteile oder direkt gegeneinander geklemmt werden. HPL verändert bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen geringfügig seine Abmessungen. Zwischen den Elementen sowie zu angrenzenden Bauteilen muss deshalb ausreichend Bewegungsspiel verbleiben.
Die erforderliche Fugenbreite hängt von Plattengröße, Befestigungssystem und Einbausituation ab. Verwenden Sie bei der Planung die Vorgaben des Platten- und Befestigungssystems, statt einen pauschalen Wert für alle Konstruktionen anzunehmen.
Zeichnen Sie die Lage der Unterkonstruktion zunächst in einer Skizze ein. Anschließend werden die vorgesehenen Befestigungspunkte auf die Platte übertragen. Die Bohrungen sollten nicht unmittelbar an den Plattenkanten liegen und gleichmäßig über die vorhandenen Auflager verteilt werden.
Jede Platte benötigt einen definierten Fixpunkt. Dieser hält das Element in seiner vorgesehenen Position. Die übrigen Befestigungen werden als Gleitpunkte ausgeführt, damit sich die Platte bei Temperaturwechseln vom Fixpunkt aus bewegen kann.
Tipp: Eine einfache Skizze mit Plattennummern, Abmessungen und Bohrpositionen verhindert Verwechslungen bei Bestellung und Montage.
Legen Sie die Platte mit der Sichtseite nach oben auf eine ebene und saubere Arbeitsfläche. Unter der vorgesehenen Bohrstelle sollte eine feste Holzplatte liegen. Fixieren Sie das Element so, dass es während des Bohrens weder verrutschen noch schwingen kann.
Kontrollieren Sie vor dem ersten Bohrloch noch einmal alle Markierungen. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Fixpunkt und Gleitpunkten.
Der Fixpunkt wird nur so groß gebohrt, dass die vorgesehene Schraube fachgerecht montiert werden kann. Er bestimmt die feste Position der Platte und verhindert, dass sich das gesamte Element auf der Unterkonstruktion verschiebt.
Die übrigen Bohrungen benötigen mehr Spiel als der Fixpunkt. Dadurch kann sich die Platte bei Temperaturänderungen ausdehnen und wieder zusammenziehen, ohne dass sich Spannungen aufbauen.
Wie groß Fix- und Gleitpunkt ausgeführt werden müssen, richtet sich nach dem verwendeten Schraubensystem, der Plattengröße und den Montagevorgaben. Die Maße sollten deshalb nicht frei gewählt, sondern aus den Angaben zum jeweiligen System übernommen werden.
Bohren Sie mit einem scharfen Bohrer und gleichmäßigem Vorschub. Zu hoher Druck kann insbesondere beim Austritt des Bohrers zu Ausbrüchen führen. Lassen Sie den Bohrer schneiden, statt ihn mit Kraft durch die Platte zu drücken. Bei HPL Platten ist ein Fassadenplattenbohrer aus Vollhartmetall die beste Wahl. Dieser ist zwar teurer als ein herkömmlicher HSS-Bohrer, liefert aber aufgrund der besonderen Schneide ein sehr präzises Ergebnis.
Je nach Werkstoff werden nach dem Bohren lose Späne entfernt und die Bohrkanten kontrolliert. Ein leichtes Entgraten kann scharfe Kanten beseitigen. Die Bohrung darf dabei jedoch nicht unnötig stark angesenkt oder vergrößert werden.
Die Montage beginnt am besten mit einem äußeren Element oder an einem klar festgelegten Bezugspunkt. Halten Sie die erste Platte an die Unterkonstruktion und richten Sie sie mit der Wasserwaage exakt aus.
Abstandselemente helfen dabei, zur nächsten Platte eine gleichmäßige Fuge einzuhalten. Kontrollieren Sie nicht nur die senkrechte Ausrichtung, sondern auch die gemeinsame Ober- und Unterkante aller Elemente.
Setzen Sie zunächst die Schraube am Fixpunkt ein und ziehen Sie diese so an, dass die Platte sicher gehalten wird. Die Befestigung darf die Oberfläche nicht beschädigen oder das Element verformen.
Danach werden die übrigen Schrauben eingesetzt. Unterlegscheiben oder Großkopf-Schrauben verteilen die Befestigungskraft auf eine größere Fläche und decken die vergrößerten Bohrungen ab.
Die Schrauben an den Gleitpunkten dürfen die Platte nicht so fest einklemmen, dass keine Bewegung mehr möglich ist. Die Befestigung muss sicher sein, darf die vorgesehene Ausdehnung aber nicht blockieren.
Montieren Sie die nächsten Elemente nacheinander und prüfen Sie nach jeder Platte Fugenbreite, Flucht und Höhe. Kleine Abweichungen lassen sich während der Montage deutlich leichter korrigieren als nach dem vollständigen Verschrauben aller Platten.
Weitere Informationen zu Fix- und Gleitpunkten sowie zur Befestigung von HPL-Platten auf unterschiedlichen Unterkonstruktionen finden Sie in unserem Blog HPL-Platten richtig befestigen.
Achtung: Eine sichtbare Schraubbefestigung muss zur verwendeten Platte, Unterkonstruktion und Einbausituation passen. Befestigungsabstände und Randabstände dürfen nicht allein nach optischen Gesichtspunkten gewählt werden.
Nach der Montage werden alle Elemente aus etwas Abstand betrachtet. Prüfen Sie, ob die Platten gerade verlaufen, die Fugen gleichmäßig sind und keine Kante sichtbar hervorsteht.
Entfernen Sie abschließend Bohrstaub und Montagespuren mit Wasser und nötigenfalls einem milden Reinigungsmittel. Scheuernde Schwämme und aggressive Reiniger sind für die dekorative Oberfläche nicht geeignet.
Weitere typische Planungs- und Montageprobleme erklären wir im Ratgeber häufige Fehler bei Balkonverkleidungen vermeiden.
Die eigentliche Befestigung von HPL-Balkonplatten ist mit geeignetem Werkzeug gut umsetzbar. Entscheidend ist die Vorbereitung: Die Plattenmaße müssen zur fertigen Unterkonstruktion passen, Bohrungen benötigen eine klare Aufteilung in Fix- und Gleitpunkte und die Befestigung darf das notwendige Ausdehnungsspiel der Platten nicht blockieren.
Wer sorgfältig misst, die Bohrungen sauber ausführt und jedes Element einzeln ausrichtet, erhält eine gleichmäßige und langlebige Balkonverkleidung. Für absturzsichernde Füllungen müssen zusätzlich sämtliche Anforderungen des geprüften Gesamtsystems berücksichtigt werden.
HPL-Platten verändern bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen geringfügig ihre Abmessungen. Fugen schaffen den notwendigen Bewegungsraum und verhindern, dass benachbarte Platten oder angrenzende Bauteile gegeneinander drücken.
Der Fixpunkt hält die Platte an einer definierten Position. Die übrigen Befestigungen werden als Gleitpunkte mit zusätzlichem Bewegungsspiel ausgeführt. Dadurch kann sich das Element vom Fixpunkt aus ausdehnen und wieder zusammenziehen.
Der erforderliche Bohrungsdurchmesser hängt von Schraubengröße, Plattenformat, Befestigungssystem und der notwendigen Wärmeausdehnung ab. Deshalb sollten die Maßvorgaben des verwendeten Platten- und Schraubensystems eingehalten werden.
Die Platte muss sicher befestigt sein, darf an den Gleitpunkten aber nicht starr eingespannt werden. Zu fest angezogene Schrauben können die vorgesehene Bewegung blockieren und Spannungen in der Platte verursachen.
Nein. Bei einer absturzsichernden Füllung müssen die konkrete Platte, ihre Stärke, Feldgröße, Unterkonstruktion, Befestigung und Einbausituation für diesen Einsatzzweck geeignet sein. Eine allgemeine Eignung des Werkstoffs HPL genügt dafür nicht.
Die Schutzfolie sollte während Aufmaß, Bohren und Montage möglichst auf der Oberfläche verbleiben. Entfernt wird sie erst, wenn alle Platten befestigt und die Arbeiten abgeschlossen sind. Im Bereich von Schrauben und Auflagern kann sie vorher teilweise zurückgezogen werden.