Was ist der Unterschied zwischen Plexiglas® und Acrylglas?

Was ist der Unterschied zwischen Plexiglas® und Acrylglas?

Plexiglas® und Acrylglas werden oft gleichgesetzt – doch ganz so einfach ist es nicht. Wir erklären Ihnen, was wirklich hinter den Begriffen steckt.

Plexiglas® oder Acrylglas – gibt es überhaupt einen Unterschied? Viele verwenden beide Begriffe gleichbedeutend, doch genau genommen steckt dahinter mehr als nur ein anderer Name.

Wir erklären Ihnen einfach und verständlich, was Plexiglas® wirklich ist, worin der Unterschied zu Acrylglas liegt und worauf Sie bei der richtigen Auswahl achten sollten.

Plexiglas® oder Acrylglas

Kurz gesagt: Plexiglas® ist ein Markenname für Acrylglas (PMMA). Es handelt sich also um denselben Werkstoff – der Unterschied liegt nur in der Bezeichnung.

Was ist Plexiglas®?

Plexiglas® ist ein eingetragener Markenname für den Kunststoff Acrylglas (Polymethylmethacrylat, kurz PMMA). Die Marke gehört zur Röhm GmbH und steht seit Jahrzehnten für hochwertige Acrylglasprodukte.

Wichtig zu wissen: Plexiglas® ist kein eigenes Material, sondern lediglich eine Markenbezeichnung für denselben Werkstoff, der allgemein als Acrylglas bekannt ist.

Neben Plexiglas® existieren weltweit weitere Markennamen für PMMA, darunter:

  • ACRYLITE®
  • Perspex®
  • Lucite®
  • Altuglas®
  • Oroglas®

Alle diese Produkte basieren auf dem gleichen Grundmaterial, unterscheiden sich jedoch je nach Hersteller in Details wie Produktionsverfahren, Qualität oder speziellen Eigenschaften.

Im Alltag wird „Plexiglas®“ häufig als Synonym für Acrylglas verwendet – gemeint ist jedoch fast immer der Werkstoff selbst und nicht zwingend das Markenprodukt.

Was ist Acrylglas?

Acrylglas ist ein transparenter Kunststoff, der chemisch als Polymethylmethacrylat (PMMA) bezeichnet wird. Er entsteht durch die Polymerisation von Methylmethacrylat und wird unter verschiedenen Markennamen – darunter auch Plexiglas® – angeboten.

Hinweis: Acrylglas ist von Natur aus UV- und witterungsbeständig. Dadurch eignet sich der Werkstoff sowohl für den Innenbereich als auch für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich.

Mit einer Lichtdurchlässigkeit von bis zu 92 % ist Acrylglas sogar transparenter als herkömmliches Glas. Gleichzeitig ist es deutlich leichter und einfacher zu bearbeiten, was es zu einer idealen Alternative in vielen Anwendungen macht.

Acrylglas gehört zu den amorphen Thermoplasten. Das bedeutet, dass es sich unter Wärmeeinwirkung verformen lässt und so flexibel in Form gebracht werden kann – zum Beispiel durch Thermoformen oder Tiefziehen.

Diese Eigenschaften ermöglichen eine vielseitige Verwendung: von glasklaren Möbeln über gewölbte Sichtfenster bis hin zu technischen Bauteilen oder optischen Anwendungen wie Linsen für Objektive und Mikroskope.

Für stark beanspruchte Anwendungen, etwa bei Brillengläsern, wird jedoch häufig Polycarbonat verwendet, da dieses Material eine höhere Schlagzähigkeit aufweist.

Eigenschaften und Vorteile von Acrylglas

Acrylglas (PMMA), häufig auch als Plexiglas® bezeichnet, überzeugt durch eine Kombination aus optischen, mechanischen und verarbeitungstechnischen Eigenschaften. Dadurch ist es in vielen Bereichen eine beliebte Alternative zu Glas.

Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • Hohe Lichtdurchlässigkeit: Mit bis zu 92 % ist Acrylglas transparenter als herkömmliches Glas und sorgt für eine brillante Optik.
  • UV- und witterungsbeständig: Acrylglas vergilbt nicht und bleibt auch bei langfristiger Sonneneinstrahlung klar und stabil – ideal für den Außenbereich.
  • Geringes Gewicht: Acrylglas ist deutlich leichter als Glas und dadurch einfacher zu transportieren und zu montieren.
  • Sehr gut zu bearbeiten: Sägen, Bohren, Fräsen oder Laserschneiden sind problemlos möglich – auch individuelle Zuschnitte lassen sich einfach realisieren.
  • Thermisch verformbar: Durch Erwärmung kann Acrylglas in nahezu jede Form gebracht werden, z. B. durch Thermoformen oder Tiefziehen.
  • Gute Oberflächenqualität: Acrylglas bietet eine glatte, hochwertige Oberfläche mit hoher Brillanz.

Dank dieser Eigenschaften eignet sich Acrylglas ideal für Anwendungen im Möbelbau, im Innenausbau, in der Werbetechnik oder im Maschinenbau.

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Typische Anwendungen von Acrylglas

Acrylglas (PMMA), häufig auch als Plexiglas® bezeichnet, wird in zahlreichen Bereichen eingesetzt. Durch die hohe Transparenz, Witterungsbeständigkeit und gute Verarbeitbarkeit ist der Werkstoff vielseitig einsetzbar.

Typische Einsatzbereiche von Acrylglas sind:

  • Möbelbau: Designmöbel wie Stühle, Tische oder Regale aus transparentem Acrylglas sorgen für eine moderne Optik.
  • Innenausbau: Trennwände, Verkleidungen oder dekorative Elemente profitieren von der klaren und hochwertigen Oberfläche.
  • Werbetechnik: Leuchtreklamen, Schilder oder Displays werden häufig aus Acrylglas gefertigt.
  • Maschinenbau: Schutzverglasungen, Abdeckungen oder Sichtfenster bieten Sicherheit bei gleichzeitig guter Sicht.
  • Außenbereich: Überdachungen, Windschutz oder Verglasungen profitieren von der UV- und Witterungsbeständigkeit.
  • Optische Anwendungen: Acrylglas wird auch für Linsen, Abdeckungen oder technische Bauteile mit hohen optischen Anforderungen verwendet.

Durch die Möglichkeit, Acrylglas individuell zu bearbeiten und auf Maß zu fertigen, eignet sich der Werkstoff sowohl für Standardlösungen als auch für maßgeschneiderte Projekte.

Acrylglas gegossen oder extrudiert – was ist der Unterschied?

Wenn Sie Acrylglas kaufen möchten, ist eine der wichtigsten Entscheidungen die Wahl zwischen gegossenem (GS) und extrudiertem (XT) Acrylglas. Beide Varianten bestehen aus PMMA, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Eigenschaften und Einsatzbereichen.

Gegossenes Acrylglas (GS):

  • höhere Oberflächenqualität und Brillanz
  • geringere innere Spannungen im Material
  • ideal für Fräsen, Bohren, Polieren und Laserschneiden
  • sehr gut geeignet für hochwertige und präzise Anwendungen

Extrudiertes Acrylglas (XT):

  • preisgünstiger in der Herstellung
  • gleichmäßige Materialstärke
  • gut geeignet für einfache Anwendungen und größere Flächen
  • jedoch empfindlicher gegenüber Spannungen im Material

Wichtiger Hinweis: Extrudiertes Acrylglas neigt nach dem Laserschneiden eher zu Spannungsrissen an den Schnittkanten. Dieses Verhalten kann sich durch den Kontakt mit Alkohol oder Reinigungsmitteln zusätzlich verstärken.

Um Rissbildung zu vermeiden und dauerhaft saubere Kanten zu erhalten, empfiehlt sich in solchen Fällen der Einsatz von gegossenem Acrylglas (GS).

Welche Variante die richtige ist, hängt daher stark von Ihrer Anwendung ab: Für präzise Bearbeitung, optisch hochwertige Ergebnisse und langlebige Bauteile ist gegossenes Acrylglas meist die bessere Wahl, während extrudiertes Acrylglas eine wirtschaftliche Lösung für Standardanwendungen darstellt.

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Häufige Fragen zu Plexiglas® und Acrylglas

Ist Plexiglas® das gleiche wie Acrylglas?

Ja, Plexiglas® ist ein eingetragener Markenname für Acrylglas auf PMMA-Basis. Es handelt sich also nicht um einen anderen Werkstoff, sondern um eine Markenbezeichnung für denselben transparenten Kunststoff.

Im Alltag werden Plexiglas® und Acrylglas deshalb häufig synonym verwendet. Technisch entscheidend sind jedoch weniger Markenname oder Begriff, sondern vielmehr Eigenschaften wie Materialqualität, Bearbeitbarkeit, UV-Beständigkeit und die konkrete Ausführung.

Für die Auswahl der passenden Platte sind daher vor allem Einsatzbereich, gewünschte Optik und Bearbeitung ausschlaggebend.

Was ist der Unterschied zwischen Acrylglas und Plexiglas®?

Der Unterschied liegt in der Bezeichnung: Acrylglas ist die allgemeine Materialbezeichnung für PMMA, während Plexiglas® ein geschützter Markenname ist.

Beide Begriffe werden im Sprachgebrauch oft gleichgesetzt. Relevant für die Praxis ist jedoch, ob es sich um hochwertiges, UV-beständiges und gut bearbeitbares Acrylglas handelt und ob die Platte gegossen (GS) oder extrudiert (XT) ist.

Gerade bei Zuschnitten, Laserteilen oder optisch anspruchsvollen Anwendungen spielen diese Materialeigenschaften eine größere Rolle als der Markenname selbst.

Was ist der Unterschied zwischen gegossenem und extrudiertem Acrylglas?

Gegossenes Acrylglas (GS) und extrudiertes Acrylglas (XT) bestehen beide aus PMMA, unterscheiden sich jedoch im Herstellungsverfahren und dadurch auch in ihren Eigenschaften.

Gegossenes Acrylglas ist spannungsärmer, hochwertiger in der Oberfläche und besonders gut für Fräsen, Bohren, Polieren und Laserschneiden geeignet. Extrudiertes Acrylglas ist meist preisgünstiger und weist eine sehr gleichmäßige Materialstärke auf, reagiert jedoch empfindlicher auf Spannungen.

Für hochwertige, bearbeitete oder gelaserte Bauteile ist Acrylglas GS in vielen Fällen die bessere Wahl.

Kann Acrylglas gelasert werden?

Ja, Acrylglas lässt sich sehr gut lasern und eignet sich ideal für präzise Zuschnitte mit glatten, optisch ansprechenden Schnittkanten.

Besonders gegossenes Acrylglas (GS) liefert beim Laserschneiden sehr gute Ergebnisse. Extrudiertes Acrylglas (XT) kann nach dem Lasern hingegen eher zu Spannungsrissen an den Schnittkanten neigen.

Für sichtbare, hochwertige oder dauerhaft beanspruchte Laserteile empfiehlt sich daher in der Regel gegossenes Acrylglas GS.

Warum entstehen Risse in Acrylglas nach dem Laserschneiden?

Rissbildung entsteht häufig durch innere Spannungen im Material. Besonders extrudiertes Acrylglas (XT) ist spannungsempfindlicher und kann nach dem Laserschneiden an den Kanten zu feinen Spannungsrissen neigen.

Dieses Verhalten wird durch Alkohol, lösungsmittelhaltige Reiniger oder andere chemische Einflüsse zusätzlich verstärkt. Selbst kleine Mengen können bereits ausreichen, um bestehende Spannungen sichtbar werden zu lassen.

Um Rissbildung an gelaserten Kanten möglichst zu vermeiden, sollte bevorzugt gegossenes Acrylglas GS eingesetzt und auf alkoholhaltige Reinigungsmittel verzichtet werden.

Welches Acrylglas eignet sich besser für gelaserte Bauteile?

Für gelaserte Bauteile ist gegossenes Acrylglas (GS) meist die bessere Wahl. Es ist spannungsärmer und dadurch deutlich weniger anfällig für Spannungsrisse an den Schnittkanten.

Gerade bei transparenten Sichtteilen, Schildern, Displays oder Designbauteilen sorgt Acrylglas GS für saubere Ergebnisse und eine dauerhaft hochwertige Optik.

Wenn gelaserte Kanten später gereinigt oder weiterverarbeitet werden sollen, bietet gegossenes Acrylglas zusätzliche Sicherheit gegenüber extrudiertem Material.

Ist Acrylglas für den Außenbereich geeignet?

Ja, Acrylglas ist UV- und witterungsbeständig und kann dauerhaft im Außenbereich eingesetzt werden. Hochwertige Acrylglasplatten vergilben nicht und behalten ihre Transparenz über viele Jahre hinweg.

Typische Anwendungen sind transparente Verkleidungen, Schutzscheiben, Sichtfenster, Überdachungen oder andere Konstruktionen mit hohen optischen Anforderungen.

Entscheidend für eine lange Lebensdauer sind die richtige Materialwahl, eine spannungsfreie Montage und die passende Plattenstärke für den jeweiligen Einsatzzweck.

HINWEIS: Plexiglas® ist ein eingetragener Markenname der Röhm GmbH. Tempo® ist ein eingetragener Markenname der SCA Hygiene Products AB, Göteborg/Gotenburg, SE.

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Kategorie Kunststoffplatten