Wie unterscheiden sich farbige Kunststoffplatten?

Wie unterscheiden sich farbige Kunststoffplatten?

Wie werden Kunststoffplatten farbig und was ist bei der Oberfläche zu beachten? Der Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen durchgefärbt und oberflächengefärbt sowie die Möglichkeiten zum Lackieren, Streichen und Folieren.

Wie kommt Farbe in Kunststoffplatten?

Kunststoffplatten können vollständig durchgefärbt sein, eine farbige Deckschicht besitzen oder erst nachträglich gestaltet werden. Der Unterschied ist nicht nur optisch wichtig: Er entscheidet auch darüber, wie Schnittkanten aussehen, wie auffällig Kratzer sind und ob sich die Oberfläche später lackieren, streichen oder folieren lässt.

In diesem Ratgeber erklären wir, wie farbige Kunststoffplatten hergestellt werden, woran sich durchgefärbte und oberflächengefärbte Platten unterscheiden und welche Möglichkeiten es gibt, eine schwarze oder weiße Platte nachträglich farbig zu gestalten.

Wie kommt die Farbe in die Kunststoffplatte?

Die Farbe einer Kunststoffplatte kann bereits während der Herstellung entstehen oder erst später auf die fertige Oberfläche aufgebracht werden. Welche Methode verwendet wird, hängt vom Kunststoff, vom gewünschten Erscheinungsbild und vom Aufbau der Platte ab.

Farbpigmente in der Kunststoffmasse

Vollständig durchgefärbte Platten mit weißen Farbpigmenten

Weiß Gefärbt

Weiße Platten sind ebenfalls farbig pigmentiert, denn die natürliche Farbe der meisten Kunststoffe ist nicht weiß sondern eher milchig, trüb.

Typisch für HPL - der dunkle Kern aus Kraftpapier

Farbe & Transparenz

Farbige Platten mit Transparenz sind überlicherweise vollständig durchgefärbt um eine gleichmäßige Farbwirkung über die gesamte Fläche zu erzielen.

Bei einer durchgefärbten Platte werden Farbpigmente bereits vor der Formgebung mit dem Kunststoff vermischt. Häufig kommt dafür ein sogenanntes Masterbatch zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein konzentriertes Gemisch aus Farbpigmenten und einem passenden Trägermaterial.

Das Farbkonzentrat wird dem Kunststoffgranulat in einer festgelegten Menge beigemischt. Beim Aufschmelzen verteilen sich die Pigmente in der Kunststoffmasse. Anschließend wird das Material beispielsweise durch Extrusion zu einer Platte geformt.

Die Farbe befindet sich dadurch nicht nur auf der sichtbaren Oberfläche, sondern im gesamten Plattenquerschnitt.

Farbige Deck- oder Nutzschichten

Nicht jede farbige Platte ist vollständig durchgefärbt. Bei mehrschichtigen Produkten kann lediglich die äußere Deckschicht den gewünschten Farbton besitzen. Der darunterliegende Kern kann aus einem andersfarbigen oder ungefüllten Material bestehen.

Eine solche Deckschicht kann bereits während der Plattenherstellung gemeinsam mit dem Kern erzeugt werden. Je nach Produkt sind auch aufgebrachte Beschichtungen, Dekorschichten oder Verbundfolien möglich.

Bedruckte oder beschichtete Oberflächen

Farbe kann außerdem nach der Herstellung auf die Oberfläche gelangen. Dazu gehören unter anderem:

  • Lackierungen und andere Farbbeschichtungen
  • bedruckte Oberflächen
  • aufgeklebte Farb- oder Dekorfolien
  • mehrschichtige Aufbauten mit dekorativer Decklage

Bei diesen Varianten bleibt der Plattenkern häufig unverändert. Die gewünschte Farbe oder das Dekor befindet sich nur auf der sichtbaren Seite.

Durchgefärbt oder nur an der Oberfläche farbig?

Typisch Aluverbundplatten: Schwarzer PE-KErn

Verbundplatten

Aluverbundpatten bestehen aus einem meist schwarzen Polyethylen-Kern und Alu-Deckschichten in unterchiedlichsten Farben und Dekoren.

Typisch für HPL - der dunkle Kern aus Kraftpapier

Hochdrucklaminate

Typisch HPL: Dekorpapier auf der Oberfläche und meist dunklem kern aus Kraftpapier die zu einer kompakten Platte verpresst werden.

Ob eine Platte vollständig durchgefärbt ist oder nur eine farbige Oberfläche besitzt, wird besonders bei der Bearbeitung sichtbar.

Bei einer durchgefärbten Kunststoffplatte sind die Farbpigmente im gesamten Material verteilt. Schnittkanten und Bohrungen zeigen deshalb grundsätzlich denselben Farbton wie die Platte.

Bei einer oberflächengefärbten Platte wird die Optik durch eine Deckschicht, Beschichtung, Bedruckung oder Folie erzeugt. Wird diese Schicht durchtrennt oder beschädigt, kann der andersfarbige Kern sichtbar werden.

EigenschaftDurchgefärbtOberfläche farbig
SchnittkanteMeist annähernd gleicher Farbton wie die OberflächeDer Kern kann eine andere Farbe besitzen
Bohrungen und AusschnitteFarbe bleibt auch im Plattenquerschnitt sichtbarDie andersfarbige Trägerschicht kann sichtbar werden
KratzerKleinere Kratzer fallen häufig weniger stark aufTiefere Kratzer können den Untergrund freilegen
NachbearbeitungOptisch meist unkomplizierterSchnittkanten und Beschädigungen müssen stärker berücksichtigt werden
FarbauswahlAuf die verfügbaren Materialfarben begrenztGroße Auswahl an Farbtönen, Mustern und Dekoren möglich
Spätere ÄnderungIn der Regel nur durch Lackierung oder FolierungDie vorhandene Deckschicht kann je nach Aufbau überarbeitet oder ersetzt werden

Hinweis: Durchgefärbt bedeutet nicht automatisch, dass Oberfläche und Schnittkante vollkommen identisch aussehen. Oberflächenstruktur, Glanzgrad und Lichteinfall können die Farbwahrnehmung verändern.

Was ist bei farbigen Kunststoffplatten zu beachten?

Bei der Auswahl einer farbigen Platte sollte nicht nur der gewünschte Farbton betrachtet werden. Material, Oberfläche und Herstellungsverfahren beeinflussen, wie die fertige Platte später wirkt.

Farbton und Oberflächenstruktur

Ein Farbton kann auf einer glatten, glänzenden Oberfläche anders wirken als auf einer matten oder strukturierten Platte. Glänzende Flächen reflektieren Licht stärker, während matte Oberflächen meist ruhiger und gleichmäßiger erscheinen.

Auch die Umgebung beeinflusst die Wahrnehmung. Lichtfarbe, Schatten und benachbarte Materialien können dazu führen, dass derselbe Farbton heller, dunkler oder wärmer erscheint.

Kratzer, Staub und Fingerabdrücke

Auf sehr dunklen oder hochglänzenden Oberflächen können Staub, Fingerabdrücke und feine Kratzer deutlich sichtbar sein. Helle und matte Oberflächen wirken im Alltag häufig etwas unempfindlicher, können aber Verschmutzungen ebenfalls sichtbar zeigen.

Welche Oberfläche geeignet ist, hängt deshalb nicht nur von der gewünschten Farbe, sondern auch vom späteren Einsatz und der Beanspruchung ab.

Schnittkanten und Bohrungen

Bei einer durchgefärbten Platte bleiben Schnittkanten optisch meist nah an der sichtbaren Oberfläche. Bei beschichteten oder mehrschichtigen Platten kann dagegen ein andersfarbiger Kern sichtbar werden.

Bei der Planung zu berücksichtigende Faktoren:

  • sichtbaren Schnittkanten
  • Bohrungen und Ausschnitten
  • Fräsungen und Gravuren
  • offenen Plattenstößen

Farbabweichungen zwischen Produktionschargen

Bei späteren Ergänzungen können zwischen verschiedenen Produktionschargen geringe Farbabweichungen auftreten. Das gilt insbesondere, wenn bestehende und neue Platten unmittelbar nebeneinander montiert werden.

Für größere zusammenhängende Flächen empfiehlt es sich deshalb, die benötigte Menge möglichst gemeinsam zu bestellen und die Platten vor der Bearbeitung miteinander zu vergleichen.

Wichtig: Farbdarstellungen auf Bildschirmen sind nicht verbindlich. Helligkeit, Monitoreinstellungen und Umgebungslicht können den dargestellten Farbton deutlich verändern.

Kann man schwarze oder weiße Platten farbig gestalten?

Eine vorhandene schwarze oder weiße Kunststoffplatte lässt sich grundsätzlich auf verschiedene Arten optisch verändern. Ob das dauerhaft funktioniert, hängt jedoch stark vom verwendeten Kunststoff und seiner Oberfläche ab.

Die drei häufigsten Möglichkeiten sind:

  • mit Farbe streichen
  • mit einem geeigneten Lack beschichten
  • mit einer Farb- oder Dekorfolie bekleben

Keine dieser Methoden funktioniert automatisch auf jedem Kunststoff. Besonders glatte oder schwer benetzbare Oberflächen können dazu führen, dass Lacke und Klebstoffe nur schlecht haften.

Vor der Gestaltung sollte deshalb immer geklärt werden:

  • Aus welchem Kunststoff besteht die Platte?
  • Ist die Oberfläche glatt, strukturiert oder beschichtet?
  • Wurde die Platte mit Reinigungs-, Trenn- oder Pflegemitteln behandelt?
  • Wie stark wird die fertige Oberfläche mechanisch beansprucht?
  • Ist das gewählte Farb-, Lack- oder Foliensystem für diesen Untergrund geeignet?

Hinweis: Egal ob streichen, lackieren oder Folieren: Ist eine Schutzfolie auf der Oberfläche, muss diese vorher abgezogen werden.

Kunststoffplatten streichen oder lackieren

Beim Streichen oder Lackieren muss zwischen der Kunststoffplatte und der neuen Beschichtung eine ausreichende Haftung entstehen. Eine normale Wand- oder Holzfarbe ist dafür in der Regel nicht geeignet.

Je nach Kunststoff wird ein abgestimmtes System aus Reinigung, Vorbehandlung, Haftgrund und Decklack benötigt.

Oberfläche gründlich reinigen

Staub, Fett, Silikon, Klebstoffreste und Pflegemittel können die Haftung erheblich beeinträchtigen. Die Platte muss deshalb vor der Bearbeitung vollständig sauber und trocken sein.

Das verwendete Reinigungsmittel muss mit dem Kunststoff verträglich sein. Aggressive Lösemittel können die Oberfläche angreifen, Spannungsrisse verursachen oder den Glanzgrad verändern.

Oberfläche vorbereiten

Bei geeigneten Materialien kann ein gleichmäßiges, leichtes Anschleifen die Haftfläche vergrößern. Ob dies möglich und sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Platte ab.

Transparente, hochglänzende, beschichtete oder dekorative Oberflächen werden durch das Schleifen dauerhaft verändert. Deshalb sollte die Vorbereitung zunächst an einem Reststück oder einer unauffälligen Stelle getestet werden.

Geeigneten Haftvermittler verwenden

Viele Lacke haften nicht unmittelbar auf Kunststoff. Ein passender Kunststoffprimer oder Haftvermittler stellt die Verbindung zwischen Platte und Decklack her.

Dabei reicht die allgemeine Bezeichnung „für Kunststoff geeignet“ nicht immer aus. Der Haftgrund muss ausdrücklich zum vorhandenen Kunststoff und zum verwendeten Decklack passen.

Lack in mehreren dünnen Schichten auftragen

Mehrere dünne Lackschichten ergeben meist eine gleichmäßigere Oberfläche als eine einzelne dicke Schicht. Jede Lage muss entsprechend den Herstellerangaben trocknen beziehungsweise aushärten.

Risiken bei zu dick aufgetragenem Lack

  • Nasen und Läufer bilden
  • ungleichmäßige Trocknung
  • bei Belastung leichter abplatzen
  • Kanten und feine Strukturen zusetzen

Streichen oder sprühen?

Beim Streichen mit Rolle oder Pinsel kann eine sichtbare Oberflächenstruktur entstehen. Das kann bei funktionalen Flächen akzeptabel oder sogar gewünscht sein.

Eine Sprühlackierung ermöglicht meist ein feineres und gleichmäßigeres Erscheinungsbild. Sie erfordert jedoch eine staubarme Arbeitsumgebung, sorgfältige Abdeckung und einen kontrollierten Farbauftrag.

Tipp: Lackieren Sie zuerst ein Reststück. Prüfen Sie nach vollständiger Aushärtung Haftung, Kratzfestigkeit, Farbwirkung und Verträglichkeit.

Welche Kunststoffe lassen sich lackieren?

Wie gut sich eine Kunststoffplatte lackieren lässt, hängt vor allem von ihrer Oberflächenenergie, ihrer Zusammensetzung und einer möglichen Beschichtung ab.

Kunststoff oder OberflächeGrundsätzliche EignungWas ist zu beachten?
ABSHäufig gut lackierbarGeeignete Reinigung, gegebenenfalls Anschleifen und ein abgestimmter Kunststoffprimer
Hart-PVCHäufig gut lackierbarLack und Reiniger müssen mit PVC verträglich sein
PETGMit passendem Lack möglichLösemittel können die Oberfläche angreifen; vorher unbedingt testen
AcrylglasMit geeignetem Lack möglichUngeeignete Lösemittel können Spannungsrisse und matte Stellen verursachen
PolycarbonatMit abgestimmtem System möglichChemische Verträglichkeit und mögliche Spannungsrisse beachten
HPL-OberflächeNach geeigneter Vorbereitung häufig möglichReinigen, anschleifen und ein abgestimmtes Beschichtungssystem verwenden
PESchwierigNiedrige Oberflächenenergie; meist spezielle Vorbehandlung und Haftvermittler erforderlich
PPSchwierigNormale Lacke haften häufig nicht dauerhaft; spezielles System erforderlich
PTFEFür übliche Heimwerkerverfahren kaum geeignetExtrem haftungsarme Oberfläche; besondere industrielle Verfahren notwendig

Diese Einordnung ist nur eine allgemeine Orientierung. Zusatzstoffe, Oberflächenbehandlungen und Deckschichten können die Lackierbarkeit einer konkreten Platte verändern.

Warum sind PE und PP schwierig zu lackieren?

Polyethylen und Polypropylen besitzen eine vergleichsweise niedrige Oberflächenenergie. Flüssige Lacke und Klebstoffe benetzen die Oberfläche deshalb häufig nur unzureichend.

Eine Beschichtung kann zunächst haften, sich später aber bei mechanischer Belastung, Biegung oder an den Kanten wieder lösen. Für eine dauerhafte Lackierung werden deshalb meist spezielle Haftvermittler und professionelle Vorbehandlungsverfahren benötigt.

Warum ist PTFE besonders problematisch?

PTFE besitzt eine ausgesprochen haftungsarme Oberfläche. Diese Eigenschaft ist bei vielen technischen Anwendungen gewünscht, erschwert aber das Lackieren und Verkleben erheblich.

Mit üblichen Farben, Grundierungen und Heimwerkerverfahren ist eine belastbare Beschichtung deshalb kaum zu erreichen.

Kunststoffplatten folieren

Eine Folierung bietet eine große Auswahl an Farben, Mustern und Dekoren. Anders als bei einer durchgefärbten Platte wird dabei lediglich die sichtbare Oberfläche verändert.

Besonders gut lässt sich eine Folie auf einer glatten, ebenen und sauberen Fläche verarbeiten. Die Oberfläche muss ausreichend haftfähig sein und darf keine Rückstände von Fett, Silikon oder Pflegemitteln aufweisen.

Vorteile einer Folierung

  • große Auswahl an Farben und Dekoren
  • gleichmäßige Oberfläche ohne Pinsel- oder Rollenstruktur
  • keine Trocknungszeit wie bei einem Lack
  • Gestaltung kann je nach Folie später wieder geändert werden
  • auch Muster, Schriften und individuelle Motive sind möglich

Nachteile und Grenzen

  • Kanten und Ecken können sich bei ungeeigneter Verarbeitung lösen
  • Staub und Unebenheiten bleiben unter der Folie sichtbar
  • Blasen und Falten können das Erscheinungsbild beeinträchtigen
  • tiefe Kratzer nach der Folierung können die Folie durchtrennen
  • stark strukturierte Oberflächen lassen sich nur eingeschränkt folieren
Passung des Foliendrucks mit Beschnittzugabe

Beschnittzugabe

Werbeschilder und Infotafeln aus Aluverbundplatten mit bedruckten Folien sind günstig. Die bedruckte Fläche sollte immer ein paar Millimeter größer ausfallen als die Platte.

Alu Verbund ist beliebt für Werbeschilder mit bedruckten Folien

Mit einem Rakel lässt sich Folie auf den glatten Flächen recht einfach umd Blasenfrei aufbringen. Die beschrifteten Schilder können bei Bedarf einfach überfoliert werden.

Welche Oberflächen sind schwierig zu folieren?

Probleme können insbesondere bei sehr rauen, strukturierten oder haftungsarmen Oberflächen entstehen. Auch PE und PP lassen sich mit gewöhnlichen selbstklebenden Dekorfolien nicht immer dauerhaft bekleben.

Bei unbekanntem Material sollte die Haftung zunächst mit einem kleinen Folienstück getestet werden. Dabei ist nicht nur die sofortige Haftung entscheidend. Die Probe sollte mehrere Tage auf der Platte verbleiben und anschließend auch an Kanten und Ecken kontrolliert werden.

Achtung: Weichmacher, ungeeignete Reiniger oder chemisch unverträgliche Klebstoffe können sowohl die Folie als auch die Kunststoffoberfläche verändern.

Streichen, lackieren oder folieren?

Welche Methode am besten geeignet ist, hängt vom Material, vom gewünschten Erscheinungsbild und von den eigenen Möglichkeiten ab.

MethodeGeeignet fürVorteileNachteile
StreichenGrößere funktionale Flächen, bei denen eine leichte Rollen- oder Pinselstruktur akzeptabel istEinfache Verarbeitung, wenig Ausrüstung erforderlichOberflächenstruktur kann sichtbar bleiben
LackierenDekorative Flächen mit möglichst gleichmäßigem ErscheinungsbildFeine und hochwertige Oberfläche möglichAufwendige Vorbereitung und abgestimmtes Lacksystem notwendig
FolierenGlatte Platten und dekorative Farb- oder DesignänderungenGroße Auswahl, keine Trocknungszeit, teilweise wieder entfernbarKanten, Blasen und ungeeignete Untergründe können Probleme verursachen

Wann ist eine durchgefärbte Platte die bessere Lösung?

Eine bereits in der gewünschten Farbe hergestellte Platte ist besonders sinnvoll, wenn Schnittkanten, Bohrungen oder Kratzer möglichst wenig auffallen sollen.

Nachträgliche Lackierungen und Folierungen verändern dagegen nur die Oberfläche. Sie bieten mehr gestalterische Freiheit, benötigen aber eine geeignete Vorbereitung und können bei Beschädigungen den ursprünglichen Untergrund sichtbar werden lassen.

Fazit: Die Farbe ist mehr als eine Oberflächenfrage

Bei Kunststoffplatten kann die Farbe im gesamten Material verteilt sein oder lediglich durch eine Deckschicht, Beschichtung beziehungsweise Folie entstehen. Dieser Unterschied beeinflusst das Aussehen von Schnittkanten, Bohrungen und Kratzern.

Eine schwarze oder weiße Platte kann nachträglich farbig gestaltet werden. Ob Streichen, Lackieren oder Folieren funktioniert, hängt jedoch stark vom Kunststoff und seiner Oberfläche ab.

ABS, Hart-PVC und einige beschichtete Oberflächen lassen sich mit einem abgestimmten Aufbau von Haftvermittern, Farben und Lacken oder Folien häufig gut bearbeiten. Bei PE, PP und insbesondere PTFE ist eine dauerhafte Haftung von Farben und Folien deutlich schwieriger. Ein Test an einem Reststück schützt deshalb vor unerwünschten Reaktionen und einem ungleichmäßigen Ergebnis.

Häufige Fragen zu farbigen Kunststoffplatten

Was bedeutet durchgefärbte Kunststoffplatte?

Bei einer durchgefärbten Kunststoffplatte sind die Farbpigmente im gesamten Material verteilt. Deshalb zeigen auch Schnittkanten, Bohrungen und tiefere Kratzer grundsätzlich denselben Farbton.

Woran erkennt man eine nur oberflächlich gefärbte Platte?

Bei einer oberflächlich gefärbten Platte kann an Schnittkanten, Bohrungen oder tieferen Beschädigungen ein andersfarbiger Kern sichtbar werden. Die auf der Oberfläche Sichtbare Farbe stammt dann beispielsweise von einer Deckschicht, Beschichtung, Bedruckung oder Folie.

Kann man jede Kunststoffplatte lackieren?

Nein. Die Lackierbarkeit hängt vom Kunststoff und von seiner Oberfläche ab. ABS und Hart-PVC lassen sich mit geeigneter Vorbereitung häufig gut lackieren. PE, PP und PTFE sind aufgrund ihrer haftungsarmen Oberfläche deutlich schwieriger.

Kann man PE- oder PP-Platten streichen?

Mit normaler Farbe ist meist keine dauerhaft zuverlässige Haftung zu erwarten. Für PE und PP werden spezielle Vorbehandlungen, Haftvermittler und passende Beschichtungssysteme benötigt.

Kann man eine schwarze Kunststoffplatte weiß lackieren?

Grundsätzlich ist das bei einem lackierbaren Kunststoff möglich. Für einen deckenden hellen Farbton können ein geeigneter Haftgrund und mehrere dünne Lackschichten erforderlich sein. Die Verträglichkeit sollte zuvor an einem Reststück geprüft werden.

Welche Kunststoffplatten lassen sich gut folieren?

Gut geeignet sind vor allem glatte, saubere und ausreichend haftfähige Oberflächen. Stark strukturierte Platten sowie haftungsarme Kunststoffe wie PE oder PP sind hingegen nicht optimal für das Folieren geeignet und können eine spezielle Folie oder Vorbehandlung erfordern.

Ist Lackieren oder Folieren besser?

Lackieren kann eine dauerhaft geschlossene und hochwertige Oberfläche erzeugen, benötigt aber eine sorgfältige Vorbereitung. Folieren bietet mehr Farben und Dekore und kann je nach Folie später wieder verändert werden. Entscheidend ist, welche Methode zum vorhandenen Kunststoff passt.

Warum sieht die Schnittkante manchmal anders aus als die Oberfläche?

Bei beschichteten oder mehrschichtigen Platten kann der Kern eine andere Farbe besitzen. Auch bei durchgefärbten Platten können Oberflächenstruktur, Glanzgrad und Lichteinfall dazu führen, dass die Schnittkante optisch etwas anders wirkt.

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Kategorie Kunststoffplatten