Wir zeigen, wie Kunststoffplatten auf Feuchtigkeit, Regen, Staunässe und dauerhaften Wasserkontakt reagieren und worauf es bei der Materialwahl ankommt.
Im Keller riecht die Luft leicht feucht. Auf dem Balkon sammelt sich nach einem Regenschauer Wasser in einer Ecke. In einer Werkstatt wird eine Abdeckung regelmäßig abgespritzt. Ein Behälter steht dagegen dauerhaft mit Wasser in Kontakt.
In allen vier Situationen wird eine wasserfeste Platte benötigt. Trotzdem sind die Anforderungen nicht identisch. Luftfeuchtigkeit belastet ein Material anders als Regen. Kurzzeitiger Wasserkontakt ist nicht mit Staunässe vergleichbar. Und eine Platte, die gelegentlich nass wird, ist nicht automatisch für einen dauerhaften Einsatz unter Wasser geeignet.
Bei der Materialauswahl reicht es deshalb nicht, nur nach einer „wasserfesten Kunststoffplatte“ zu suchen. Entscheidend ist, wie das Wasser auftritt, wie lange es einwirkt und ob zusätzlich Wärme, Druck, Reinigungsmittel oder mechanische Belastungen hinzukommen.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Kunststoffe auf Feuchtigkeit reagieren, welche Unterschiede zwischen hygroskopischen und hydrophoben Werkstoffen bestehen und worauf bei Regen, Staunässe, Unterwassereinsatz und Thermoformen zu achten ist.
Als wasserfest wird eine Platte meist dann bezeichnet, wenn Wasser das Material nicht unmittelbar aufweicht, aufquellen lässt oder zerstört. Diese Beschreibung ist für eine erste Einordnung hilfreich, aber technisch noch nicht ausreichend.
Eine Kunststoffplatte kann gegenüber gelegentlichem Regen vollkommen unempfindlich sein und bei dauerhaftem Wasserkontakt trotzdem geringe Mengen Feuchtigkeit aufnehmen. Bei einem anderen Werkstoff bleibt die Wasseraufnahme sehr niedrig, während sich an Fugen, Schnittkanten oder Befestigungen dennoch Schäden an der gesamten Konstruktion entwickeln können.
Das Material kann in einer Umgebung mit erhöhter Luftfeuchtigkeit eingesetzt werden, ohne dass es unmittelbar aufquillt oder seine Form verliert.
Die Oberfläche verträgt gelegentliche Wassertropfen, Reinigung oder Spritzwasser. Das Wasser kann anschließend wieder ablaufen oder abtrocknen.
Direkter Wasserkontakt führt nicht zu einer schnellen Schädigung des Plattenmaterials. Dauer und Temperatur des Kontakts müssen trotzdem berücksichtigt werden.
Die konkrete Platte kann über längere Zeit mit Wasser in Berührung bleiben. Neben der Wasseraufnahme sind dabei Maßhaltigkeit, Temperatur und mögliche Inhaltsstoffe des Wassers relevant.
Material, Verbindungstechnik und Konstruktion sind für einen dauerhaften Einsatz unterhalb der Wasserlinie ausgelegt.
Wichtig: „Wasserfest“ ist keine vollständige technische Einsatzbeschreibung. Für Behälter, Becken, Aquarien, technische Anlagen oder hygienisch sensible Bereiche müssen immer die konkrete Produktvariante und die gesamte Konstruktion geprüft werden.
Der erste Kontakt mit Wasser beginnt häufig lange bevor eine Platte sichtbar nass wird. In Kellern, Waschräumen, Produktionsbereichen, Gewächshäusern oder schlecht belüfteten Lagern ist die Luftfeuchtigkeit dauerhaft erhöht. Wassermoleküle befinden sich dabei als unsichtbarer Wasserdampf in der Umgebungsluft.
Ein typisches Beispiel ist eine Wandverkleidung in einem unbeheizten Keller. Die Platte wird weder beregnet noch abgespritzt. Trotzdem schwankt die Luftfeuchtigkeit im Jahresverlauf erheblich. An kalten Oberflächen kann zusätzlich Kondenswasser entstehen.
Hohe Luftfeuchtigkeit bedeutet zunächst, dass viel Wasserdampf in der Luft vorhanden ist. Kühlt sich diese Luft an einer kalten Platte oder Wand ab, kann der Wasserdampf kondensieren. Auf der Oberfläche entstehen dann sichtbare Tropfen.
Damit ändern sich die Anforderungen. Aus einer lediglich feuchten Umgebung wird ein Bereich mit regelmäßigem direktem Wasserkontakt. Besonders kritisch sind verdeckte Flächen, an denen Kondenswasser nur langsam trocknet.
Eine wasserfeste Platte schützt nicht automatisch den Untergrund. Wird sie direkt auf eine feuchte Wand geklebt, kann die Feuchtigkeit hinter der Platte eingeschlossen werden. Dort trocknet sie schlechter ab und kann Klebstoff, Untergrund oder angrenzende Bauteile belasten.
Bei Wandverkleidungen in feuchten Bereichen sollte deshalb geklärt werden, ob eine Hinterlüftung notwendig ist, wie Wasser ablaufen kann und ob der verwendete Klebstoff für den Untergrund geeignet ist.
Praxisbeispiel: Für eine Kellerwand kann eine wasserfeste Kunststoffplatte gut geeignet sein. Sie löst jedoch keine bestehende Durchfeuchtung des Mauerwerks. Erst muss die Ursache der Feuchtigkeit geklärt werden.
Bei der Beurteilung von Kunststoffen tauchen häufig die Begriffe hygroskopisch, hydrophil und hydrophob auf. Sie beschreiben unterschiedliche Vorgänge und sollten nicht mit Wasserfestigkeit gleichgesetzt werden.
Ein hygroskopischer Kunststoff nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Die Wassermoleküle lagern sich nicht nur auf der Oberfläche ab, sondern dringen in einem gewissen Umfang in das Material ein.
Eine hydrophile Oberfläche besitzt eine vergleichsweise hohe Wechselwirkung mit Wasser. Wasser verteilt sich auf ihr eher flächig, statt kompakte Tropfen zu bilden.
Eine hydrophobe Oberfläche besitzt eine geringe Affinität zu Wasser. Tropfen ziehen sich stärker zusammen und perlen leichter ab.
Eine hydrophobe Oberfläche kann Wasser gut abweisen. Das sagt jedoch nichts darüber aus, ob eine Platte Fugen besitzt, ob Wasser an Befestigungen eindringen kann oder ob das Material über lange Zeit geringe Mengen Wasser aufnimmt.
Auch eine sehr wasserabweisende Platte wird nicht zu einem wasserdichten Behälter, wenn die Ecken, Nähte oder Anschlüsse undicht ausgeführt sind.
Ein hygroskopischer Kunststoff ist nicht grundsätzlich schlecht oder minderwertig. Viele technische Kunststoffe nehmen Feuchtigkeit auf und werden trotzdem erfolgreich in anspruchsvollen Anwendungen eingesetzt.
Die Feuchtigkeitsaufnahme kann jedoch Eigenschaften verändern. Je nach Material können sich Abmessungen, Gewicht, Steifigkeit oder Zähigkeit verschieben. Bei sehr maßhaltigen Bauteilen muss dieser Effekt bereits bei Konstruktion und Bearbeitung berücksichtigt werden.
Polyamide sind ein typisches Beispiel für hygroskopische Kunststoffe. Polyethylen und Polypropylen nehmen dagegen nur sehr wenig Wasser auf und gelten als stark hydrophob.
| Eigenschaft | Was passiert? | Bedeutung in der Praxis | |
|---|---|---|---|
| Hygroskopisch | Feuchtigkeit wird aus der Luft in das Material aufgenommen | Maße und mechanische Eigenschaften können sich verändern | |
| Hydrophil | Wasser benetzt die Oberfläche relativ gut | Tropfen verteilen sich stärker auf der Oberfläche | |
| Hydrophob | Wasser benetzt die Oberfläche nur schlecht | Tropfen perlen eher ab; Kleben kann schwieriger sein | |
| Wasserfest | Direkter Wasserkontakt verursacht keine schnelle Schädigung | Für die Eignung müssen Dauer und Einsatzbedingungen geprüft werden |
Ein Regenschauer trifft eine Balkonverkleidung, eine Fassadenblende oder ein Außenschild. Die Platte wird vollständig nass, das Wasser läuft ab und die Oberfläche trocknet wieder. Für viele geeignete Kunststoffe ist diese kurzzeitige Belastung unkritisch.
Das eigentliche Problem entsteht häufig nicht auf der offenen Fläche, sondern an den Details:
Eine einzelne Kunststoffplatte kann Regen problemlos vertragen. Wird sie jedoch ohne Gefälle als horizontale Abdeckung montiert, bleibt Wasser möglicherweise über Tage auf der Oberfläche stehen. Wird sie dicht vor eine Wand gesetzt, kann hinter ihr eingedrungenes Wasser eingeschlossen werden.
Für Außenblenden und Verkleidungen sind deshalb konstruktive Maßnahmen oft wichtiger als eine möglichst hohe chemische Wasserbeständigkeit. Wasser sollte gezielt ablaufen können. Fugen und untere Abschlüsse dürfen keine geschlossenen Wassersäcke bilden.
Die Platte wird regelmäßig beregnet und ist gleichzeitig Wind sowie Temperaturwechseln ausgesetzt. Neben Wasserfestigkeit sind Biegesteifigkeit und sichere Befestigung entscheidend.
Schlagregen kann hinter die Verkleidung gelangen. Eine funktionierende Hinterlüftung und ein kontrollierter Wasserablauf verhindern, dass Feuchtigkeit dauerhaft eingeschlossen bleibt.
Die Fläche wird nass, trocknet aber meist schnell wieder ab. Problematisch sind häufig nicht die Platte, sondern ungeeignete Druckfarben, Folien, Klebstoffe oder Befestigungsmittel.
Regenwasser trifft auf Platten, Profile und Anschlüsse. Saubere Übergänge und korrosionsbeständige Schrauben sind für die Haltbarkeit ebenso wichtig wie das Plattenmaterial.
Für frei bewitterte Anwendungen finden Sie geeignete Produktvarianten unter wetterfeste Platten für den Außenbereich.
Nach einem kräftigen Regenschauer bleibt auf einer waagerechten Abdeckung eine flache Pfütze stehen. Am nächsten Morgen ist das Wasser noch immer da. Genau hier beginnt eine andere Belastung als bei einfachem Regen.
Staunässe bedeutet, dass Wasser über längere Zeit an derselben Stelle verbleibt. Es kann in Fugen eindringen, Schmutz sammeln, bei Frost gefrieren oder gelöste Stoffe und Reinigungsmittel konzentrieren.
Fließendes Wasser wird regelmäßig ausgetauscht und läuft wieder ab. Stehendes Wasser bleibt dagegen über längere Zeit mit Material, Dichtstoff und Befestigung in Kontakt.
In offenen Außenbereichen können sich zusätzlich Blätter, Staub und Pollen ansammeln. Daraus entsteht ein feuchter Belag, der die Trocknung weiter verzögert.
Dringt Wasser in einen engen Spalt ein und friert dort, vergrößert sich sein Volumen. Wiederholte Frost-Tau-Wechsel können dadurch Fugen, schlecht haftende Verklebungen oder spröde Bauteile belasten.
Massive Kunststoffplatten werden durch eine Pfütze auf der Oberfläche meist nicht unmittelbar beschädigt. Kritisch sind vielmehr geschlossene Profile, Hohlräume und konstruktive Details, in denen das Wasser eingeschlossen wird.
Verkleidungsplatten sind nicht automatisch als frei gespannte horizontale Ablage oder Abdeckung geeignet. Dort kommen zur Wasserbelastung zusätzliche Anforderungen durch Durchbiegung, Schmutz, punktuelle Lasten und Temperatur hinzu.
Praxis-Tipp: Ein leichtes Gefälle, offene Ablaufwege und zugängliche Reinigungsbereiche verhindern Staunässe oft wirksamer als der Wechsel zu einem noch wasserbeständigeren Kunststoff.
Eine Abdeckung wird gelegentlich nass. Eine Behälterauskleidung steht dagegen rund um die Uhr mit Wasser in Kontakt. Bei solchen Anwendungen genügt die allgemeine Aussage „wasserfest“ nicht mehr.
Im dauerhaften Unterwassereinsatz müssen mehrere Punkte gleichzeitig betrachtet werden:
Bei wenig wasseraufnehmenden Kunststoffen bleibt die Maßänderung meist gering. Hygroskopische Werkstoffe können dagegen über längere Zeit Feuchtigkeit aufnehmen. Bei präzisen technischen Bauteilen kann sich dadurch das Spiel zwischen einzelnen Komponenten verändern.
Für einfache Abdeckungen ist dieser Effekt möglicherweise unbedeutend. Bei Führungen, Lagern, Dichtflächen oder passgenauen Einsätzen kann er dagegen entscheidend sein.
Ein Material kann technisch für Wasserkontakt geeignet sein und trotzdem nicht für Aquarien, Trinkwasser oder Lebensmittel verwendet werden dürfen. Dort kommen zusätzliche Anforderungen an mögliche Stoffübergänge und die konkrete Zulassung hinzu.
Auch die optische Klarheit spielt eine Rolle. Für eine transparente Sichtscheibe reicht eine geringe Wasseraufnahme nicht aus. Zusätzlich müssen Transparenz, Kratzverhalten, Druckbelastung, Plattenstärke und Verbindungstechnik berücksichtigt werden.
Eine massive Platte selbst kann wasserundurchlässig sein. Ein Behälter wird jedoch erst durch seine Ecken, Nähte, Durchführungen und Anschlüsse dicht.
Je nach Kunststoff kommen Schweißen, mechanische Verbindung, Dichtung oder Klebung infrage. Nicht jeder Kunststoff lässt sich dauerhaft zuverlässig kleben. Besonders Polyethylen und Polypropylen besitzen eine geringe Oberflächenenergie und erfordern spezielle Verfahren.
Wichtig: Für tragende Behälter, Aquarien, Pools, Trinkwasseranlagen und druckbelastete Konstruktionen muss die Auslegung fachgerecht erfolgen. Eine geeignete Platte allein macht noch keinen sicheren Behälter.
Eine transparente Platte sieht trocken und sauber aus. Beim Erwärmen im Thermoformofen entstehen jedoch plötzlich kleine Blasen in der Oberfläche. Ursache kann Feuchtigkeit sein, die sich zuvor unsichtbar im Material befand.
Beim Thermoformen wird eine thermoplastische Platte erwärmt, bis sie weich und formbar wird. Befindet sich Wasser im Material, kann es bei der Erwärmung verdampfen. Der entstehende Wasserdampf versucht zu entweichen und kann Blasen, Schlieren oder eine unruhige Oberfläche verursachen.
Besonders bei hygroskopischen Kunststoffen spielt die Lagerung vor der Verarbeitung eine wichtige Rolle. Wurde eine Platte längere Zeit in einer feuchten Umgebung gelagert, kann vor dem Thermoformen eine Trocknung erforderlich sein.
Ob und wie lange vorgetrocknet werden muss, hängt vom Werkstoff, der Plattenstärke, der Lagerdauer und den Vorgaben des Herstellers ab. Pauschale Trocknungszeiten sind deshalb nicht sinnvoll.
Eine Platte kann außen trocken sein und trotzdem Feuchtigkeit im Material enthalten. Umgekehrt kann ein wenig Kondenswasser auf einer kaum wasseraufnehmenden Platte lediglich an der Oberfläche sitzen.
Vor dem Erwärmen muss beides vermieden werden. Oberflächenwasser kann Flecken und ungleichmäßige Erwärmung verursachen. Eingelagerte Feuchtigkeit kann beim Erhitzen verdampfen und Blasen erzeugen.
Viele thermoplastische Platten können grundsätzlich warm umgeformt werden. Dazu gehören je nach Ausführung unter anderem Acrylglas, Polycarbonat, PETG, ABS, Polystyrol, PVC und Polyethylen.
Die optimalen Temperaturen und die notwendige Vorbehandlung unterscheiden sich deutlich. Bei transparenten Platten fallen selbst kleine Blasen oder Einschlüsse schnell auf. Hier ist eine kontrollierte Lagerung und Verarbeitung besonders wichtig.
Verarbeitungshinweis: Vor dem Thermoformen sollten immer die technischen Angaben der konkreten Platte geprüft werden. Materialbezeichnung, Farbe, Plattenstärke und Oberflächenbeschichtung können die Verarbeitung beeinflussen.
Kunststoffe unterscheiden sich deutlich in ihrer Wasseraufnahme. Die folgende Übersicht dient zur grundsätzlichen Orientierung. Die tatsächlichen Werte hängen von Materialtyp, Temperatur, Dauer und Prüfverfahren ab.
| Materialgruppe | Verhalten gegenüber Feuchtigkeit | Typische Stärken | Worauf achten? | |
|---|---|---|---|---|
| Polyethylen | Sehr geringe Wasseraufnahme und hydrophobe Oberfläche | Feuchteunempfindlich, schlagzäh und chemisch widerstandsfähig | Kleben ist schwierig; hohe Wärmeausdehnung berücksichtigen | |
| Polypropylen | Sehr geringe Wasseraufnahme und stark hydrophob | Gut für Behälter, technische Abdeckungen und chemisch belastete Bereiche | Geringe Oberflächenenergie; Verbindung häufig durch Schweißen | |
| PVC | Geringe Wasseraufnahme | Steif, gut bearbeitbar und häufig für technische Verkleidungen geeignet | Konkrete Temperatur-, UV- und Chemikalienbeständigkeit prüfen | |
| Acrylglas | Nimmt nur begrenzte Mengen Feuchtigkeit auf, kann bei der Warmformung aber eine kontrollierte Vorbehandlung erfordern | Transparent, relativ harte Oberfläche und gut für sichtbare Abdeckungen | Spröder als Polycarbonat; Spannungen und ungeeignete Reiniger vermeiden | |
| Polycarbonat | Kann Feuchtigkeit aufnehmen; beim Thermoformen ist je nach Zustand eine Vortrocknung erforderlich | Sehr schlagzäh und transparent | Kratzempfindlicher; konkrete UV-Eignung und Trocknungsvorgaben beachten | |
| PETG | Feuchtigkeit kann insbesondere bei der Warmformung die Oberflächenqualität beeinflussen | Gut thermoformbar, transparent und schlagzäher als Acrylglas | Saubere Lagerung und herstellerspezifische Verarbeitungsvorgaben beachten | |
| Polyamid | Deutlich hygroskopisch | Hohe Zähigkeit und gute technische Eigenschaften | Feuchtigkeit kann Maße, Steifigkeit und Verarbeitung beeinflussen | |
| HPL | Die Oberfläche ist robust und feuchtebeständig; die konkrete Außenqualität ist entscheidend | Biegesteif, kratzfest und für Verkleidungen geeignet | Schnittkanten, Bohrungen und dauerhafte Staunässe konstruktiv berücksichtigen | |
| Alu Verbund | Deckschichten und Kunststoffkern nehmen bei intakter Platte kaum Wasser auf | Leicht, plan und formstabil | Schnittkanten, Anschlüsse und ungeeignete Kernqualitäten beachten | |
| PTFE | Extrem geringe Wasseraufnahme und stark hydrophob | Sehr hohe Chemikalienbeständigkeit und weiter Temperaturbereich | Weich, vergleichsweise wenig steif und schwer zu kleben |
Eine Übersicht über die unterschiedlichen Werkstoffgruppen finden Sie unter Kunststoffplatten im Zuschnitt. Wenn die Auswahl vor allem nach Eigenschaften und Einsatzbedingungen erfolgen soll, bietet die Kategorie Platten nach Eigenschaften einen passenden Einstieg.
Die folgenden Beispiele zeigen, warum nicht jede Anwendung mit demselben Material gelöst werden sollte.
Hier steht meist nicht der direkte Wasserkontakt im Vordergrund, sondern hohe Luftfeuchtigkeit und gelegentliches Kondenswasser. Die Platte sollte feuchteunempfindlich und leicht zu reinigen sein.
Gleichzeitig muss verhindert werden, dass bestehende Feuchtigkeit im Mauerwerk unsichtbar hinter der Verkleidung eingeschlossen wird.
Die Oberfläche wird regelmäßig nass, kann aber anschließend wieder trocknen. Eine glatte, reinigungsfreundliche Platte ist hier meist wichtiger als die Eignung für dauerhaften Unterwasserkontakt.
Besonders sorgfältig sollten die Übergänge zur Wand und zur Arbeitsfläche ausgeführt werden.
Die Platte ist Regen, Staunässe, Schmutz und Temperaturwechseln ausgesetzt. Ein Gefälle und freie Ablaufwege reduzieren die Wasserbelastung erheblich.
Zusätzlich muss die Platte ausreichend steif sein und die Befestigung Windlasten aufnehmen.
Bei dauerhaftem Wasserkontakt werden geringe Wasseraufnahme und chemische Beständigkeit wichtig. Je nach Inhalt können PE, PP, PVC oder andere technische Kunststoffe geeignet sein.
Die Dichtigkeit hängt jedoch vor allem von den Schweißnähten, Verbindungen und Durchführungen ab.
Eine transparente Haube in feuchter Umgebung muss nicht nur Wasser vertragen, sondern auch klare Sicht ermöglichen. Acrylglas, Polycarbonat oder PETG kommen je nach Schlagbelastung und Verarbeitung infrage.
Beim Thermoformen kann eingelagerte Feuchtigkeit zu Blasen führen.
Hier müssen Wasseraufnahme, Maßhaltigkeit, Temperatur, Druck und Wasserzusammensetzung gemeinsam geprüft werden. Bei beweglichen oder passgenauen Bauteilen können bereits kleine Maßänderungen relevant sein.
Für die Auswahl sollte zuerst geklärt werden, in welcher Form das Wasser auftritt. Danach lassen sich weitere Anforderungen wie Transparenz, Steifigkeit, Schlagzähigkeit und Verarbeitung ergänzen.
| Belastung | Wichtige Eigenschaften | Mögliche Materialgruppen | |
|---|---|---|---|
| Hohe Luftfeuchtigkeit | Geringe Feuchteempfindlichkeit und Maßhaltigkeit | PVC, PE, PP, Alu Verbund oder geeignete HPL-Ausführungen | |
| Spritzwasser | Wasserfeste und gut zu reinigende Oberfläche | PVC, Acrylglas, Polycarbonat, PETG, Alu Verbund oder HPL | |
| Regen | Wasser- und Witterungsbeständigkeit | Ausgewiesene Außenqualitäten von HPL, Alu Verbund, Acrylglas, Polycarbonat, PVC oder PE | |
| Staunässe | Geringe Wasseraufnahme und geeignete Konstruktion | PE, PP, PVC oder andere geeignete technische Kunststoffe | |
| Dauerhafter Wasserkontakt | Sehr geringe Wasseraufnahme und passende Chemikalienbeständigkeit | PE, PP, PVC, PTFE oder anwendungsspezifische technische Kunststoffe | |
| Transparente Anwendung | Transparenz, geringe Wasseraufnahme und passende Schlagfestigkeit | Acrylglas, Polycarbonat oder PETG | |
| Thermoformteil | Gute Warmformbarkeit und kontrollierter Feuchtegehalt | PETG, Acrylglas, Polycarbonat, ABS oder PVC je nach Ausführung |
Auswahlhilfe: Entscheiden Sie zuerst, ob die Platte nur feuchter Luft, Spritzwasser, Regen, Staunässe oder dauerhaftem Wasserkontakt ausgesetzt ist. Danach können Transparenz, Farbe, Steifigkeit und Verarbeitung berücksichtigt werden.
Bei wasserfesten Platten kommt es nicht allein darauf an, ob ein Material nass werden darf. Entscheidend ist, wie das Wasser auftritt und wie lange es einwirkt.
Feuchte Raumluft kann von hygroskopischen Kunststoffen aufgenommen werden. Regen belastet vor allem Fugen, Befestigungen und verdeckte Bereiche. Staunässe verlängert den Wasserkontakt und kann bei Frost zusätzliche Kräfte erzeugen. Unter Wasser werden Wasseraufnahme, Maßhaltigkeit und Verbindungstechnik zu zentralen Auswahlkriterien.
Auch bei der Verarbeitung spielt Feuchtigkeit eine Rolle. Beim Thermoformen kann unsichtbar eingelagerte Feuchtigkeit verdampfen und die Oberfläche des Formteils sichtbar beeinträchtigen.
Die sinnvollste Materialwahl beginnt deshalb mit einer einfachen Frage: Handelt es sich um Luftfeuchtigkeit, Spritzwasser, Regen, stehendes Wasser oder dauerhaften Unterwasserkontakt?
Wenn diese Belastung geklärt ist, können Sie unter Platten nach Eigenschaften oder direkt unter Kunststoffplatten im Zuschnitt den passenden Werkstoff auswählen.
Viele Kunststoffplatten sind gegenüber Wasser deutlich unempfindlicher als saugende Holzwerkstoffe. Die Wasseraufnahme unterscheidet sich jedoch je nach Kunststoff erheblich. Außerdem sagt die Wasserfestigkeit der Platte noch nichts über Fugen, Klebstoffe und Befestigungen aus.
Ein hygroskopischer Kunststoff nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Diese Feuchtigkeit befindet sich anschließend nicht nur auf der Oberfläche, sondern teilweise im Material. Dadurch können sich Maße und mechanische Eigenschaften verändern.
Hydrophobe Oberflächen besitzen nur eine geringe Affinität zu Wasser. Tropfen ziehen sich stärker zusammen und perlen leichter ab. Hydrophob bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine gesamte Konstruktion wasserdicht ist.
Polyethylen, Polypropylen und PTFE nehmen nur sehr wenig Wasser auf. Sie besitzen zugleich stark hydrophobe Oberflächen. Ob sie für eine Anwendung geeignet sind, hängt zusätzlich von Steifigkeit, Temperatur, Verbindungstechnik und möglichen Chemikalien ab.
Polyamide zählen zu den deutlich hygroskopischen technischen Kunststoffen. Auch Polycarbonat und weitere thermoplastische Werkstoffe können Feuchtigkeit aufnehmen. Wie relevant dies ist, hängt von der Anwendung und Verarbeitung ab.
Enthält eine Platte Feuchtigkeit, kann diese beim Erwärmen verdampfen. Der Wasserdampf versucht aus dem Material auszutreten und kann dabei Blasen, Poren oder Schlieren erzeugen. Je nach Material und Lagerung kann deshalb vor dem Thermoformen eine Trocknung erforderlich sein.
Nicht automatisch. Bei Regen ist der Wasserkontakt meist zeitlich begrenzt. Unter Wasser wirken Feuchtigkeit, Temperatur und gegebenenfalls Druck dauerhaft auf das Material und die Verbindungen ein. Dafür muss die konkrete Anwendung separat geprüft werden.
Viele Kunststoffplatten werden durch stehendes Wasser nicht direkt beschädigt. Staunässe kann jedoch Schmutz sammeln, Fugen dauerhaft belasten und bei Frost in engen Hohlräumen zusätzlichen Druck erzeugen. Wasser sollte deshalb möglichst ablaufen können.
Das sollte nicht pauschal erfolgen. Eine wasserfeste Platte kann Feuchtigkeit im Untergrund einschließen und die Trocknung verhindern. Vor der Montage muss geklärt werden, woher die Feuchtigkeit stammt und ob Hinterlüftung oder eine Sanierung erforderlich ist.