Acrylglas kleben gelingt zuverlässig, wenn der Klebstoff zur Materialkombination und zur Aufgabe der Verbindung passt. Eine nahezu unsichtbare Acrylglas-auf-Acrylglas-Verbindung stellt andere Anforderungen als eine elastische Abdichtung oder die strukturelle Verklebung mit Metall. Ebenso wichtig sind passgenaue Klebeflächen, eine spannungsfreie Ausrichtung und eine ungestörte Aushärtung.
In diesem Blog zeigen wir, wie Sie Acrylglas richtig verkleben, welche Klebstoffarten infrage kommen und wie sich Kaltschweißklebstoffe, 2-Komponenten-Klebstoffe, Silikone, Montagekleber und Klebebänder unterscheiden. Außerdem erfahren Sie, worauf Sie bei Acrylglas XT und GS, transparenten Sichtflächen, Reparaturen und Materialkombinationen achten müssen.
Der passende Klebstoff hängt davon ab, welche Werkstoffe verbunden werden, wie genau die Klebeflächen zusammenpassen und welche Eigenschaften die fertige Verbindung erfüllen soll. Für eine klare Acrylglas-auf-Acrylglas-Verbindung wird ein anderer Klebstoff benötigt als für eine elastische Fuge oder eine Verbindung zwischen Acrylglas und Metall. Ausgangspunkt sind immer geeignete, passgenau zugeschnittene Acrylglasplatten im Zuschnitt.
| Klebeaufgabe | Geeignete Klebstoffart | Hinweis |
|---|---|---|
| Passgenaues Acrylglas auf Acrylglas | PMMA-Kaltschweiß- oder Kapillarklebstoff | Dünnflüssig; bei passgenauen Fugen ist eine materialschlüssige und optisch dezente Verbindung möglich |
| Acrylglas mit kleinen Spalten oder konstruktiver Belastung | Geeigneter 2-Komponenten-Acrylatklebstoff | Spaltfüllend und für strukturelle Verbindungen geeignet |
| Acrylglas mit Metall | Für die Materialkombination freigegebener 2K-Klebstoff | Hohe Festigkeit bei gemischten Werkstoffen; Materialfreigabe und gegebenenfalls Primer beachten |
| Elastische Verbindung oder Abdichtung | Acrylglasverträgliches Silikon oder MS-Polymer | Flexibel und bewegungsausgleichend, aber keine materialschlüssige PMMA-Verbindung |
| Temporäre oder lösbare Verbindung | Geeignetes Klebeband oder mechanische Befestigung | Schnell montierbar und je nach System wieder lösbar |
Wichtig: Nicht jeder Kunststoffkleber ist automatisch für Acrylglas geeignet. Prüfen Sie immer die Materialfreigabe, die gewünschte Fugenbreite, die spätere Belastung sowie die aktuellen Produkt- und Sicherheitsangaben.
Dünnflüssige PMMA-Klebstoffe eignen sich besonders für exakt anliegende Acrylglaskanten. Durch ihre Kapillarwirkung können sie in einen sehr feinen Fügespalt einziehen. Dabei wird die Oberfläche des Acrylglases im Fugenbereich angelöst und nach dem Verdunsten beziehungsweise Reagieren des Klebstoffs materialschlüssig verbunden.
Eine passende Lösung ist S-Polybond PMMAprofi. Der farblose, sehr dünnflüssige Spezialklebstoff wurde für Acrylglas beziehungsweise PMMA im Kaltschweißverfahren entwickelt. Er eignet sich für transparentes, farbiges und opales Acrylglas sowie für Reparaturen an passgenauen Rissen und Bruchstellen. Dank seiner hohen Kapillarwirkung kann er auch in sehr feine Fugen einziehen.
Nach vollständiger Aushärtung ist eine fachgerecht ausgeführte Klebestelle laut Produktangabe wasserundurchlässig. Der Klebstoff kann ebenfalls im Außenbereich eingesetzt werden. Während der Aushärtung muss die Verbindung vor Feuchtigkeit geschützt bleiben. Für beschichtetes Acrylglas ist PMMAprofi nur bedingt geeignet, weil eine Beschichtung die Klebewirkung beeinträchtigen kann.
Wenn keine nahezu spaltfreie Fuge für einen Kapillarklebstoff vorliegt oder verschiedene Werkstoffe strukturell verbunden werden sollen, kann ein geeigneter 2-Komponenten-Klebstoff die bessere Wahl sein. Solche Systeme bestehen aus Klebstoff und Aktivator beziehungsweise Härter, die beim Auftrag im vorgegebenen Verhältnis gemischt werden.
Die Eignung muss immer für die konkrete Materialkombination geprüft werden. Erst wenn beide Werkstoffe, die Fugenbreite und die spätere Belastung vom System abgedeckt werden, sollte ein 2-Komponenten-Klebstoff eingesetzt werden. Für Acrylkunststoffe in Verbindung mit Metallen oder anderen freigegebenen Werkstoffen kann beispielsweise Plexus MA300 infrage kommen.
Plexus MA300 ist ein standfestes 2-Komponenten-Methacrylat-System mit einem Mischungsverhältnis von 1:1. Das technische Datenblatt nennt bei 23 °C eine Topfzeit von 3 bis 6 Minuten, eine Fixierzeit von 12 bis 15 Minuten und eine Spaltfüllung von 0,3 bis 3,2 mm. Empfohlen wird es unter anderem für Acrylkunststoffe, ABS, PVC, Aluminium, Kohlenstoffstahl und Edelstahl. Für die genannten Metalle wird im technischen Datenblatt ein Primer empfohlen. Die konkrete Verbindung sollte unter den späteren Einsatzbedingungen geprüft werden.
Beim Kaltschweißverfahren werden die Acrylglasteile nicht wie mit einem klassischen, dauerhaft zwischen den Bauteilen verbleibenden Klebefilm verbunden. Der Klebstoff löst die PMMA-Oberfläche im Fügebereich kontrolliert an. Die beiden Flächen verbinden sich dadurch und bilden nach vollständiger Aushärtung eine materialschlüssige Klebenaht.
Dieses Verfahren funktioniert besonders gut, wenn die Kanten plan, sauber und passgenau anliegen. Große Spalte können mit einem sehr dünnflüssigen Kapillarklebstoff nicht zuverlässig überbrückt werden. Sichtbare Sägespuren, Ausbrüche oder unebene Kanten können außerdem dazu führen, dass die Fuge ungleichmäßig wird oder Luft eingeschlossen bleibt.
Merksatz: Je besser die Teile vor dem Kleben zusammenpassen, desto gleichmäßiger kann eine kapillare Acrylglasverklebung werden.
Eine hochwertige Klebenaht beginnt vor dem Auftragen des Klebstoffs. Beide Bauteile müssen maßhaltig, trocken, sauber und spannungsfrei zusammengefügt werden können. Werden unpassende Teile mit Zwingen in Position gezwungen, bleiben nach dem Aushärten innere Spannungen zurück. Diese können die Klebenaht belasten oder Spannungsrisse im Acrylglas begünstigen.
Gesägte Kanten können für viele Verklebungen geeignet sein, wenn sie sauber, gerade und passgenau ausgeführt sind. Stark geriefte oder ausgebrochene Kanten sollten vor der Verklebung fachgerecht nachbearbeitet werden. Eine hochglanzpolierte Kante ist nicht automatisch die beste Klebefläche: Poliermittelrückstände oder eine durch die Bearbeitung veränderte Oberfläche können die Benetzung beeinflussen. Entscheidend sind deshalb die Vorbereitungsvorgaben des verwendeten Klebstoffs.
Die Schutzfolie sollte auf den übrigen Sichtflächen möglichst erhalten bleiben. Entfernen oder schneiden Sie sie nur so weit zurück, dass sie weder in die Klebefuge hineinragt noch vom Klebstoff unterwandert wird. Beim Zurückschneiden darf die Acrylglasoberfläche nicht eingeritzt werden.
Die Fügeteile müssen trocken sowie frei von Staub, Fett und losen Partikeln sein. Entfernen Sie grobe Späne und Staub zunächst vorsichtig, ohne sie über die Sichtfläche zu reiben. Verwenden Sie keine Scheuermittel, aggressiven Haushaltsreiniger oder ungeprüften Lösemittel. Für die eigentliche Klebevorbereitung dürfen nur Reinigungsmittel und Verfahren eingesetzt werden, die der Klebstoffhersteller freigibt.
Ein Acrylglasreiniger ist nicht automatisch als Vorreiniger für eine Klebefuge geeignet. Pflegende oder rückfettende Bestandteile können die Haftung beeinflussen. Berühren Sie gereinigte Klebeflächen anschließend nicht mehr mit den Fingern. Bei wichtigen Sichtteilen empfiehlt sich eine Probverklebung an einem Reststück derselben Acrylglasart und Materialstärke.
Acrylglasplatten passgenau ausrichten, den Klebstoff kontrolliert in die Fuge geben und die Verbindung während der Aushärtung spannungsfrei fixieren.
Praxis-Hinweis: Überschüssiger Kaltschweißklebstoff sollte nicht über die Sichtfläche gewischt werden. Dadurch kann die Oberfläche angelöst, matt oder schlierenförmig beschädigt werden. Arbeiten Sie deshalb sparsam und schützen Sie angrenzende Bereiche.
Bei einer gleichmäßig anliegenden Fuge kann dünnflüssiger PMMA-Klebstoff kontrolliert durch Kapillarwirkung einziehen. Wechselnde Fugenbreiten, kleine Ausbrüche oder verspannte Bauteile begünstigen dagegen sichtbare Luftstellen und ungleichmäßige Klebenähte. Eine sorgfältige Probemontage ist deshalb wichtiger als eine nachträgliche Korrektur mit zusätzlichem Klebstoff.
Acrylglas XT wird extrudiert, Acrylglas GS gegossen. Beide Varianten bestehen aus PMMA und können mit geeigneten Acrylglasklebstoffen verbunden werden. Unterschiede bestehen jedoch im Spannungszustand und im Verhalten bei Bearbeitung und Lösemittelkontakt.
Extrudiertes Acrylglas kann herstellungs- oder bearbeitungsbedingt höhere innere Spannungen aufweisen. Unsachgemäße Bearbeitung, starke Krafteinwirkung oder ungeeignete Lösemittel können deshalb Spannungsrisse begünstigen. Passgenaue Teile, schonende Bearbeitung und eine spannungsfreie Fixierung sind besonders wichtig.
Gegossenes Acrylglas gilt als spannungsärmer und eignet sich besonders gut für hochwertige Bearbeitungen und präzise Verklebungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede GS-Verklebung automatisch fehlerfrei wird. Auch hier müssen Kanten, Dosierung und Aushärtung zur Konstruktion passen.
Weitere Unterschiede zwischen den Varianten sowie passende Platten finden Sie in unserer Kategorie Acrylglasplatten im Zuschnitt. Die Grundlagen zu PMMA und der bekannten Markenbezeichnung Plexiglas® erklärt unser Blog Acrylglas und Plexiglas® im Detail.
Die grundlegende Klebetechnik bleibt bei transparentem, farbigem und opalem Acrylglas vergleichbar. Unterschiede entstehen vor allem bei der Sichtbarkeit der Klebenaht und möglicher Fehlstellen.
Bei hochwertigen Sichtflächen sollte die Verklebung an einem Reststück getestet und anschließend unter seitlichem Licht kontrolliert werden.
Wird Acrylglas nicht mit Acrylglas, sondern mit Metall, Holz oder einem anderen Kunststoff verbunden, reicht die Bezeichnung „Kunststoffkleber“ nicht aus. Beide Werkstoffe müssen vom Klebstoff erfasst werden. Zusätzlich sind unterschiedliche Wärmeausdehnung, Oberflächenstruktur und Belastung zu berücksichtigen.
Für tragfähige Verbindungen zwischen Acrylkunststoffen und Metallen kann ein für beide Werkstoffe freigegebener 2-Komponenten-Acrylatklebstoff verwendet werden. Bei Plexus MA300 nennt das technische Datenblatt Aluminium, Kohlenstoffstahl und Edelstahl als empfohlene Substrate; für diese Metalle wird ein Primer empfohlen. Die Fuge sollte so geplant werden, dass unterschiedliche temperaturbedingte Bewegungen nicht zu unzulässigen Spannungen führen. Bei großen Bauteilen kann eine elastischere Verbindung oder eine mechanische Befestigung sinnvoller sein.
Holz ist saugfähig und arbeitet abhängig von Feuchtigkeit und Temperatur. Für solche Materialkombinationen kommen je nach Konstruktion geeignete Montagekleber, MS-Polymere oder Klebebänder infrage. Eine nahezu unsichtbare kapillare PMMA-Klebenaht ist bei dieser Verbindung nicht möglich.
ABS, ASA, SAN, PVC oder PS können je nach Klebstoff mit Acrylglas verbunden werden. Polyolefine wie PE und PP benötigen dagegen spezielle Klebstoffsysteme und dürfen nicht mit einer allgemeinen Kunststofffreigabe gleichgesetzt werden. Prüfen Sie deshalb immer beide Werkstoffe und nicht nur das Acrylglas. Einen werkstoffübergreifenden Überblick bietet unser Blog Welcher Kleber für Kunststoff?.
Planungs-Hinweis: Bei Materialkombinationen sollte neben der Haftung auch die unterschiedliche Wärmeausdehnung berücksichtigt werden. Eine sehr starre Klebung kann Bewegungen behindern und Spannungen in die Acrylglasplatte einleiten.
Silikon erzeugt eine elastische Fuge und eignet sich vor allem zum Abdichten oder für bewegungsausgleichende Verbindungen. Es stellt keine materialschlüssige PMMA-Verbindung wie ein Kaltschweißklebstoff her. Verwenden Sie ausschließlich ein Produkt, das ausdrücklich mit Acrylglas verträglich ist. Ungeeignete Systeme können die Haftung verfehlen oder das Material beeinträchtigen.
Geeignete Montagekleber, beispielsweise auf MS-Polymer-Basis, können bei Acrylglas mit saugfähigen oder mineralischen Untergründen sowie bei flexiblen Montageaufgaben sinnvoll sein. Sie bleiben als sichtbare Klebstoffschicht zwischen den Bauteilen und sind deshalb nicht die erste Wahl für eine glasklare Kante.
Doppelseitige Klebebänder ermöglichen eine schnelle, gleichmäßige und teilweise wieder lösbare Montage. Entscheidend sind Haftung auf beiden Werkstoffen, Temperaturbereich, Feuchtigkeit, UV-Belastung, Fugenbewegung und die sichtbare Klebebandkante. Für sicherheitsrelevante oder dauerhaft hoch belastete Konstruktionen ist die Eignung gesondert zu prüfen.
Soll Acrylglas statt geklebt mechanisch befestigt werden, müssen Bohrung, Bewegungsspiel und Druckverteilung passend geplant werden. Die vollständige Vorgehensweise erklärt unser Blog Acrylglas richtig bohren.
Kleine Risse oder passgenaue Bruchstellen können mit einem geeigneten dünnflüssigen PMMA-Klebstoff repariert werden. Durch die Kapillarwirkung kann der Klebstoff in feine Rissbereiche einziehen. Ob die Reparatur dauerhaft sinnvoll ist, hängt jedoch von Ursache, Lage und Belastung der Beschädigung ab.
Bei tiefen Spannungsrissen, großflächigen Brüchen, gebrochenen Befestigungspunkten oder sicherheitsrelevanten Bauteilen ist ein Austausch häufig die bessere Lösung.
Verarbeitungszeit, Fixierzeit und vollständige Aushärtung sind nicht dasselbe. Während der Verarbeitungszeit können die Teile entsprechend den Herstellerangaben zusammengefügt werden. Nach der Fixierzeit hält die Verbindung ihre Position, ist aber noch nicht zwangsläufig vollständig belastbar. Die endgültigen Eigenschaften werden erst nach der vollständigen Aushärtung erreicht.
Bei S-Polybond PMMAprofi beträgt die Verarbeitungszeit laut Produktangabe etwa 2 bis 3 Minuten, die Fixierzeit ungefähr 30 Minuten und die vollständige Aushärtung etwa 24 Stunden. Bei stark verspannten oder gebogenen Bauteilen sollte die Fixierung bis zur vollständigen Aushärtung bestehen bleiben. Während dieser Zeit muss die Klebung ruhig, spannungsfrei und vor Feuchtigkeit geschützt werden.
Bei 2-Komponenten-Klebstoffen gelten andere Zeiten und Verarbeitungsbedingungen. Für Plexus MA300 nennt das technische Datenblatt bei 23 °C eine Topfzeit von 3 bis 6 Minuten und eine Fixierzeit von 12 bis 15 Minuten. Temperatur, Klebstoffmenge, Fugenbreite und Werkstoff können die Aushärtung beeinflussen. Maßgeblich sind deshalb immer die aktuellen Angaben des eingesetzten Produkts.
Wichtig: Eine feste Oberfläche oder eine scheinbar stabile Fuge bedeutet nicht automatisch, dass die Klebung bereits vollständig ausgehärtet und belastbar ist.
Kaltschweiß- und Methacrylatklebstoffe müssen entsprechend ihrer Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblätter verarbeitet werden. S-Polybond PMMAprofi ist leicht entzündlich, verursacht schwere Augenreizung und kann Schläfrigkeit oder Benommenheit hervorrufen. Arbeiten Sie deshalb nur bei guter Belüftung beziehungsweise geeigneter Absaugung und halten Sie das Produkt von Hitze, Funken, offenen Flammen und anderen Zündquellen fern.
Auch Plexus MA300 besteht aus entzündbaren Komponenten. Klebstoff und Aktivator können Haut und Atemwege reizen und allergische Hautreaktionen verursachen. Beide Komponenten dürfen nur mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung und unter guter Belüftung verarbeitet werden. Beachten Sie zusätzlich die aktuellen Verarbeitungs- und Sicherheitshinweise des Produkts.
Sicherheits-Hinweis: Vor der Verarbeitung immer das aktuelle Sicherheitsdatenblatt, die Produktkennzeichnung und die Anwendungshinweise des eingesetzten Klebstoffs lesen. Dieser Blog ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz.
Typische Fehlerbilder sind Luftblasen, Klebstoffspuren auf der Sichtfläche und Spannungsrisse durch verspannte Bauteile.
Für eine saubere Acrylglasverklebung müssen Klebstoff, Materialkombination und Fugenaufbau zusammenpassen. Passgenaue Acrylglas-auf-Acrylglas-Verbindungen lassen sich mit einem dünnflüssigen PMMA-Kaltschweißklebstoff nahezu unsichtbar ausführen. Für größere Spalte, konstruktive Verbindungen oder Materialkombinationen können geeignete 2-Komponenten-Klebstoffe erforderlich sein. Silikone und MS-Polymere dienen dagegen vor allem elastischen Verbindungen und Abdichtungen.
Richten Sie die Bauteile vor dem Kleben vollständig aus, halten Sie die Klebeflächen sauber und fixieren Sie die Konstruktion ohne Spannung. Dosieren Sie den Klebstoff kontrolliert und bewegen Sie die Teile während der Fixier- und Aushärtezeit nicht.
Passende Acrylglasplatten im Zuschnitt sowie den S-Polybond PMMAprofi Acrylglas Kleber finden Sie direkt in unserem Onlineshop. Ein konkretes Projekt mit Zuschnitt, Verklebung und Dichtigkeitstest zeigt unser Blog Aquarium aus Acrylglas selber bauen.
Für passgenaue Acrylglas-auf-Acrylglas-Verbindungen eignen sich spezielle PMMA-Kaltschweiß- oder Kapillarklebstoffe. Für größere Fugen, strukturelle Verbindungen oder Kombinationen mit anderen Materialien kann ein geeigneter 2-Komponenten-Klebstoff erforderlich sein.
Eine optisch sehr dezente Verbindung ist mit einem farblosen PMMA-Kapillarklebstoff möglich, wenn die Klebekanten sauber, plan und passgenau anliegen. Luftblasen, Bearbeitungsspuren oder Klebstoffüberschuss können die Naht dennoch sichtbar machen.
Ein Sekundenkleber kann je nach Produkt auf einzelnen Kunststoffen haften, ist für hochwertige transparente Acrylglasverbindungen jedoch häufig nicht die beste Wahl. Er kann sichtbare Klebstoffränder, Ausblühungen oder eine spröde Fuge erzeugen. Verwenden Sie für Acrylglas vorzugsweise ein ausdrücklich freigegebenes System.
Acrylglasverträgliches Silikon kann für elastische Verbindungen und Abdichtungen eingesetzt werden. Es erzeugt jedoch keine materialschlüssige PMMA-Verbindung und ist nicht automatisch für tragende Konstruktionen geeignet.
Die Aushärtungszeit hängt vom verwendeten Klebstoff ab. Bei S-Polybond PMMAprofi beträgt die Verarbeitungszeit laut Produktangabe etwa 2 bis 3 Minuten, die Fixierzeit ungefähr 30 Minuten und die vollständige Aushärtung etwa 24 Stunden. Maßgeblich sind immer die aktuellen Angaben des eingesetzten Produkts.
Bei S-Polybond PMMAprofi ist die fachgerecht ausgeführte Klebestelle nach vollständiger Aushärtung laut Produktangabe wasserundurchlässig. Die Dichtigkeit einer gesamten Konstruktion hängt zusätzlich von Zuschnitt, Fugenaufbau, Plattenstärke, spannungsfreier Verarbeitung und vollständiger Aushärtung ab.
Beide Varianten können mit geeigneten PMMA-Klebstoffen verbunden werden. Acrylglas GS ist in der Regel spannungsärmer. Bei XT sind eine schonende Bearbeitung, passgenaue Kanten und eine spannungsfreie Fixierung besonders wichtig, um Spannungsrisse zu vermeiden.
Frischer Kaltschweißklebstoff sollte nicht über die Sichtfläche gewischt werden, da er das Acrylglas anlösen kann. Ausgehärtete Rückstände lassen sich je nach Lage nur mechanisch nachbearbeiten. Oberflächliche Kratzer oder matte Stellen können unter Umständen anschließend poliert werden; tief angelöste oder chemisch geschädigte Flächen lassen sich dadurch jedoch nicht zuverlässig wiederherstellen. Hinweise zur Oberflächenbearbeitung finden Sie im Blog Acrylglas polieren. Die beste Lösung bleibt eine sparsame Dosierung und der Schutz angrenzender Flächen vor dem Kleben.