Welcher Kleber für Kunststoff geeignet ist, hängt in erster Linie vom verwendeten Material ab. Denn Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff: Während sich PVC, ABS oder Acrylglas meist sehr gut verkleben lassen, benötigen PE, PP oder PTFE spezielle Klebstoffe, Haftvermittler oder alternative Verbindungstechniken.
Schnelle Übersicht: Der passende Kleber hängt vom Kunststoff ab – die folgende Tabelle zeigt die besten Lösungen auf einen Blick.
| Kunststoff | Wichtige Eigenschaften für die Verklebung | Empfohlener Kleber |
|---|---|---|
| ABS ✅ | ABS ist ein amorpher, gut klebbarer Kunststoff mit polarer Struktur. Die Oberfläche lässt sich durch geeignete Klebstoffe anlösen, wodurch eine feste, dauerhafte Verbindung entsteht. Bei perfekt anliegenden Oberflächen empfehlen wir ABSProfi. Wenn kleinere Spalte überbrückt werden müssen, eignet sich Ruderer L530. Für Verbindungen mit Metall wie Edelstahl oder Aluminium wird ein struktureller 2K-MMA-Klebstoff wie Plexus MA 300 empfohlen. | ABSProfi Ruderer L530 Plexus MA 300 |
| ASA ✅ | ASA ist ein amorpher, gut klebbarer Kunststoff mit polarer Struktur und hoher UV- sowie Witterungsbeständigkeit. Die Verklebung erfolgt ähnlich wie bei ABS über anlösend wirkende Klebstoffe oder 2K-Systeme. Für ASA auf ASA eignet sich Ruderer L530, für belastbare Verbindungen oder Metallkombinationen (z. B. Edelstahl oder Aluminium) werden strukturelle 2K-Klebstoffe wie Plexus MA300 empfohlen. | ABSProfi Kunststoffkleber Plexus MA 300 |
| PVC ✅ | PVC ist ein amorpher, sehr gut klebbarer Kunststoff, der sich ideal mit lösungsmittelhaltigen Klebstoffen verbinden lässt. Dabei wird die Oberfläche leicht angelöst, sodass eine stoffschlüssige und dauerhaft dichte Verbindung entsteht. Für PVC auf PVC eignen sich spezielle PVC-Kleber wie PVCProfi. Für Verbindungen mit Metall werden 2K-Klebstoffe empfohlen, bei mineralischen Untergründen wie Stein oder Beton kommen Montagekleber zum Einsatz. | PVC Profi Montagekleber 2K Klebstoff |
| PMMA (Acrylglas) ✅ | PMMA (Acrylglas) ist ein amorpher, transparenter Kunststoff mit guter Klebbarkeit, jedoch hoher Spannungsrissanfälligkeit. Besonders Alkohole können Spannungsrisse verursachen und sollten bei der Verarbeitung vermieden werden. Für Verklebungen ist eine spannungsarme Bearbeitung entscheidend – bei gelaserten Teilen sollte ausschließlich GS-Material verwendet werden. Bei perfekt anliegenden Flächen empfehlen wir PMMAProfi. Für Verbindungen mit Metallen eignen sich strukturelle 2K-MMA-Klebstoffe wie Plexus MA300. Wenn Fugen ausgeführt werden müssen, kommen spezielle Acrylglas-Silikone wie AX Plastics T zum Einsatz. | PMMAProfi Silikon AX Plastics T 2K Klebstoff |
| Polycarbonat (PC) ⚠️ | Polycarbonat (PC) ist ein amorpher, schlagzäher Kunststoff mit guter Klebbarkeit, jedoch hoher Spannungsrissanfälligkeit. Es reagiert empfindlich auf viele Lösemittel (z. B. Schraubensicherungen), die zu Spannungsrissen führen können. Für Verklebungen eignen sich polare Klebstoffsysteme, wobei eine spannungsarme Verarbeitung entscheidend ist. Für Fugenabdichtungen empfehlen sich spezielle Acrylglas-Silikone wie AX Plastics T. | Silikon AX Plastics T |
| Polystyrol (PS) ✅ | Polystyrol (PS) ist ein amorpher, gut klebbarer Kunststoff, der sich besonders gut mit lösungsmittelhaltigen Klebstoffen verbinden lässt. Die Oberfläche wird dabei angelöst, wodurch eine stoffschlüssige und stabile Verbindung entsteht. Aufgrund der relativ geringen Beständigkeit gegenüber Lösemitteln ist eine kontrollierte Dosierung wichtig. Für PS-Verklebungen eignen sich insbesondere lösungsmittelbasierte Kunststoffkleber. | Lösungsmittelkleber |
| PA (Nylon/Polyamid) ⚠️ | Polyamid (PA, Nylon) ist ein teilkristalliner Kunststoff und daher nur eingeschränkt klebbar. Aufgrund der kristallinen Struktur können Lösemittel nicht in das Material eindringen, sodass eine Verklebung über anlösend wirkende Klebstoffe nicht möglich ist. PA kann daher nur mit speziellen 2K-Klebstoffsystemen zuverlässig verklebt werden. | — |
| POM ⚠️ | POM (Polyoxymethylen) ist ein teilkristalliner Hochleistungskunststoff mit sehr geringer Oberflächenenergie und daher äußerst schwer klebbar. Aufgrund der dichten, kristallinen Struktur können Klebstoffe kaum in die Oberfläche eindringen. Eine zuverlässige Verklebung ist nur mit speziellen 2K-Klebstoffsystemen und geeigneter Vorbehandlung möglich, wird in der Praxis jedoch oft durch mechanische Verbindungen ersetzt. | — |
| PE ⚠️ | PE (Polyethylen) ist ein teilkristalliner Kunststoff mit sehr niedriger Oberflächenenergie und daher extrem schwer klebbar. Herkömmliche Klebstoffe können die Oberfläche kaum benetzen, wodurch keine ausreichende Haftung entsteht. Klassische Verklebungen erfordern meist spezielle Vorbehandlungen wie Primer. Mit modernen 2K-Acrylat-Hybridsystemen wie PEprofi sind jedoch auch dauerhafte und strukturelle Verklebungen ohne Primer möglich – selbst bei niedrigenergetischen Polyethylen-Typen wie PE-HD oder PE-UHMW. | PE-Profi |
| PP ⚠️ | PP (Polypropylen) ist ein teilkristalliner Kunststoff mit sehr niedriger Oberflächenenergie und daher schwer klebbar. Herkömmliche Klebstoffe haften meist nur unzureichend. Für einfache Anwendungen können Sekundenkleber eine brauchbare Haftung erzielen, insbesondere bei kleinen Kontaktflächen. Für dauerhafte und strukturelle Verklebungen empfehlen sich jedoch speziell entwickelte 2K-Klebstoffsysteme wie PPProfi, die auch ohne Primer zuverlässige Verbindungen ermöglichen. | Sekundenkleber PP-Profi |
| EPDM ⚠️ | EPDM ist ein elastomerer Werkstoff mit hoher Flexibilität und guter Beständigkeit gegenüber Witterung und Chemikalien. Für Verklebungen eignen sich flexible Klebstoffsysteme, die die Materialbewegung dauerhaft aufnehmen können. Für einfache Anwendungen und kleine Kontaktflächen können auch Sekundenkleber gute Ergebnisse erzielen. Für größere oder dynamisch belastete Verbindungen sind jedoch flexible Klebstoffe wie Kontakt- oder Montagekleber zu bevorzugen. | Sekundenkleber |
| PTFE ❌ | Nahezu keine Haftung möglich. Kleben ist in der Praxis nicht sinnvoll umsetzbar. | — |
| PET/PETG ⚠️ | PET und PETG sind Polyester mit begrenzter Klebbarkeit. PET ist teilkristallin, PETG weist eine reduzierte Kristallinität auf, dennoch lassen sich beide Werkstoffe nicht über anlösend wirkende Klebstoffe verbinden. Für dauerhafte Verklebungen sind reaktive 2K-Klebstoffsysteme erforderlich. Eine saubere, spannungsarme Oberfläche ist entscheidend für eine zuverlässige Haftung.. | — |
| GFK / CFK (Glasfaser / Carbon) ✅ | GFK und CFK sind faserverstärkte Kunststoffe mit sehr guter struktureller Klebbarkeit. Die Verklebung erfolgt hauptsächlich über die Harzmatrix, weshalb eine saubere und angeraute Oberfläche entscheidend ist. Für dauerhafte und hochbelastbare Verbindungen werden strukturelle 2K-Klebstoffe auf Epoxid- oder MMA-Basis empfohlen. | 2K MMA Klebstoff Montagekleber |
| HPL / Resopal ✅ | HPL (High Pressure Laminate) ist ein duroplastischer Schichtstoff mit dichter, harter Oberfläche. Eine Verklebung ist gut möglich, erfordert jedoch eine geeignete Oberflächenvorbereitung. Für flächige Verklebungen werden Kontaktkleber oder Montagekleber eingesetzt, während für höhere Belastungen auch 2K-Klebstoffe geeignet sind. | Montagekleber |
| TPU / TPE ✅ | TPU und TPE sind elastische Kunststoffe mit hoher Flexibilität und begrenzter Klebbarkeit. Die Wahl des Klebstoffs muss auf die Elastizität abgestimmt sein, da starre Klebstoffe zu Versagen führen können. Für Verklebungen eignen sich flexible Klebstoffsysteme wie Kontaktkleber oder spezielle Elastomer-Kleber. Für kleine Kontaktflächen können auch Sekundenkleber eingesetzt werden. | Sekundenkleber |
Legende: ✅ gut klebbar ⚠️ schwer klebbar ❌ nicht klebbar
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