Alu Verbundplatten lassen sich mit Fassadennieten dauerhaft, sauber und spannungsfrei auf Unterkonstruktionen befestigen und eignen sich dadurch ideal für moderne Fassaden- und Wandverkleidungen im Außenbereich.
Alu-Verbundplatten nieten ist eine bewährte Befestigungsart für Fassaden, Wandverkleidungen und andere großformatige Anwendungen auf einer geeigneten Aluminium-Unterkonstruktion. Entscheidend ist dabei, dass die Platten nicht starr fixiert werden, sondern die temperaturbedingte Materialbewegung über Fix- und Gleitpunkte berücksichtigt wird.
In diesem Blog zeigen wir, welche Fassadennieten sich für Alu-Verbundplatten eignen, wie Fix- und Gleitpunkte ausgeführt werden und welche Funktion ein Sonderlehrenmundstück bei der Nietmontage übernimmt. Außerdem erklären wir die Montage Schritt für Schritt und zeigen, worauf bei Bohrungen, Nietzange und spannungsarmer Befestigung zu achten ist.
Die Nietmontage eignet sich besonders für großformatige Alu-Verbundplatten auf einer Aluminium-Unterkonstruktion. Fassadennieten ermöglichen eine dauerhafte mechanische Verbindung und können bei fachgerechter Ausführung gleichzeitig die notwendige Materialbewegung der Platte berücksichtigen.
Wichtig: Die Nietmontage allein macht eine Fassadenkonstruktion nicht automatisch für eine bestimmte Windlast geeignet. Plattenformat, Unterkonstruktion, Befestigungsabstände, Randabstände und Verankerung müssen zur jeweiligen Beanspruchung passen.
Für Alu-Verbundplatten werden spezielle Fassadennieten mit großem Nietkopf eingesetzt. Die bei S-Polytec angebotenen Aluminium-Fassadennieten besitzen einen großen Kopf zur flächigen Auflage auf der Plattenoberfläche.
| Merkmal | Ausführung |
|---|---|
| Nietmaterial | Aluminium |
| Kopfdurchmesser | 16 mm |
| Schaftdurchmesser | 5 mm |
| Montageprinzip | Fix- und Gleitpunktmontage |
| Typischer Einsatz | Alu-Verbundplatten auf geeigneter Unterkonstruktion |
Passende Fassadennieten für Alu-Verbundplatten finden Sie direkt bei S-Polytec.
Hinweis: Nietlänge und konkrete Ausführung müssen zur Plattenstärke und zur jeweiligen Unterkonstruktion passen.
Alu-Verbundplatten verändern ihre Abmessungen bei Temperaturänderungen. Wird eine großformatige Platte an allen Befestigungspunkten starr fixiert, kann die Materialbewegung behindert werden. Dadurch können Spannungen und sichtbare Verformungen entstehen.
Bei einer Fix- und Gleitpunktmontage übernimmt ein definierter Fixpunkt die Positionierung der Platte. Die weiteren Befestigungen werden als Gleitpunkte ausgeführt und lassen die erforderliche Materialbewegung zu.
| Befestigungspunkt | Bohrung in der Alu-Verbundplatte | Bohrung in der Unterkonstruktion | Funktion |
|---|---|---|---|
| Fixpunkt | 5,1 mm | 5,1 mm | Definiert die Position der Platte. |
| Gleitpunkt | 8 mm oder 10 mm | 5,1 mm | Ermöglicht Bewegungsraum bei Temperaturänderungen. |
Wichtig: Der benötigte Gleitpunktdurchmesser hängt unter anderem von Plattengröße, Temperaturbereich und Befestigungssystem ab. Ein pauschaler Bohrdurchmesser ist deshalb nicht für jede Konstruktion automatisch ausreichend.
Wie stark sich Alu-Verbundplatten und andere Plattenmaterialien bei Temperaturänderungen ausdehnen, können Sie mit unserem Wärmeausdehnungsrechner überschlägig berechnen.
Bei den Gleitpunkten darf der Nietkopf die Platte nicht so stark klemmen, dass die notwendige Materialbewegung blockiert wird. Dafür kann das Sonderlehrenmundstück ALU-16 eingesetzt werden.
Das Mundstück ist für die Montage von Alu-Verbundplatten mit 16-mm-Aluminium-Fassadennieten vorgesehen und erzeugt beim Setzen der Gleitpunkte einen definierten Abstand zwischen Nietkopf und Plattenoberfläche.
| Eigenschaft | ALU-16 |
|---|---|
| Einsatz | Gleitpunktmontage von Alu-Verbundplatten |
| Passender Nietkopf | 16 mm |
| Spaltabstand | ca. 0,3 mm |
| Gewindeaufnahme | M10 |
| Funktion | Verhindert ein zu festes Anpressen des Nietkopfs am Gleitpunkt. |
Passende Fassadennieten und Montagematerial können direkt passend zur geplanten Konstruktion ausgewählt werden.
Die Unterkonstruktion muss tragfähig, eben und sauber ausgerichtet sein. Für entsprechende Fassaden- und Verkleidungssysteme können beispielsweise Aluminiumprofile als Unterkonstruktion eingesetzt werden.
Bereits vor dem Bohren sollten Plattenposition, Fugenbild und Befestigungspunkte festgelegt werden.
Praxis-Hinweis: Durch die größere Bohrung in der Platte bleibt am Gleitpunkt Bewegungsraum erhalten, während die Bohrung in der Unterkonstruktion passend zum Nietschaft ausgeführt wird.
Nach dem Bohren sollten Grate und Späne vollständig entfernt werden. Saubere Bohrungsränder erleichtern die Montage und verhindern, dass scharfe Grate die Plattenoberfläche oder den Bewegungsbereich des Gleitpunkts beeinträchtigen.
Die Platte wird zunächst exakt auf der Unterkonstruktion ausgerichtet. Anschließend wird der definierte Fixpunkt vernietet. Er bestimmt die feste Ausgangsposition der Platte.
Wichtig: Zusätzliche feste Befestigungspunkte sollten nur vorgesehen werden, wenn dies dem jeweiligen Montagesystem entspricht. Andernfalls kann die notwendige thermische Bewegung der Platte eingeschränkt werden.
Alle vorgesehenen Gleitpunkte müssen so ausgerichtet sein, dass der Nietschaft innerhalb der größeren Plattenbohrung möglichst mittig sitzt. Nur dann steht der vorgesehene Bewegungsraum gleichmäßig zur Verfügung.
Das ALU-16 wird am kompatiblen Nietgerät montiert und so aufgesetzt, dass der Nietdorn sauber durch das Mundstück geführt wird und dessen Auflagefläche vollständig auf der Plattenoberfläche aufliegt.
Der Niet wird anschließend gesetzt. Das Sonderlehrenmundstück begrenzt dabei das Anpressen des Nietkopfs, sodass am Gleitpunkt der vorgesehene Abstand zur Plattenoberfläche erhalten bleibt.
Der Gleitpunkt funktioniert nur, wenn sich die Alu-Verbundplatte gegenüber dem Niet tatsächlich bewegen kann. Wird der Nietkopf zu fest gegen die Oberfläche gezogen, kann trotz größerer Bohrung eine starre Klemmung entstehen.
| Ausführung | Auswirkung |
|---|---|
| Nietkopf zu fest | Die Platte kann am Befestigungspunkt geklemmt werden und ihre Längenänderung wird behindert. |
| Definierter Spalt | Die Platte besitzt Bewegungsmöglichkeit gegenüber dem Befestigungselement. |
| Niet nicht zentriert | Der mögliche Bewegungsweg innerhalb der Gleitbohrung wird auf einer Seite reduziert. |
ALU-16: Das Sonderlehrenmundstück stellt beim Setzen der Gleitpunkte einen definierten Spaltabstand von ca. 0,3 mm zwischen Nietkopf und Plattenoberfläche her.
Entscheidend ist nicht allein, ob die Nietzange manuell, elektrisch oder pneumatisch arbeitet. Das Nietgerät muss technisch zur verwendeten Fassadenniete passen und eine kompatible M10-Gewindeaufnahme für das Sonderlehrenmundstück besitzen.
| Nietgerät | Eignung |
|---|---|
| Handnietzange | Geeignet bei passender M10-Aufnahme und ausreichender Nietkapazität. |
| Elektrisches Nietgerät | Geeignet, sofern Mundstückaufnahme und Nietgröße kompatibel sind. |
| Pneumatisches Nietgerät | Geeignet bei entsprechend kompatibler M10-Aufnahme. |
Hinweis: Vor der Verwendung sollte geprüft werden, ob Aufnahme, Nietdurchmesser und Zugleistung des Nietgeräts zum eingesetzten Befestigungssystem passen.
Das ALU-16 ist für die beschriebene Gleitpunktmontage von Aluminium-Verbundplatten vorgesehen. Entscheidend ist dabei nicht nur der Materialname, sondern auch, dass Plattenaufbau, Niet und Montagesystem miteinander kompatibel sind.
| Materialgruppe | Einordnung |
|---|---|
| Alu-Verbundplatten | Vorgesehener Einsatzbereich des ALU-16. |
| Vergleichbare Aluminium-Verbundwerkstoffe | Nur verwenden, wenn Aufbau und Montageanforderungen zum System passen. |
| HPL-Platten | Nicht für dieses Sonderlehrenmundstück vorgesehen. |
| Faserzementplatten | Nicht für dieses Sonderlehrenmundstück vorgesehen. |
| Massive Kunststoffplatten | Nicht für dieses Sonderlehrenmundstück vorgesehen. |
Oberfläche schützen: Die Auflagefläche des Sonderlehrenmundstücks sollte sauber und unbeschädigt sein. Schmutz oder Beschädigungen können sichtbare Spuren in der dünnen Aluminiumdeckschicht verursachen.
Bei der Nietmontage von Alu-Verbundplatten kommt es nicht nur auf die verwendete Fassadenniete an. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus sauber ausgerichteter Unterkonstruktion, definiertem Fixpunkt, ausreichend dimensionierten Gleitpunkten und einer Befestigung, die die thermische Materialbewegung nicht blockiert.
Das Sonderlehrenmundstück ALU-16 unterstützt die Gleitpunktmontage, indem es beim Setzen der Fassadenniete einen definierten Abstand zwischen Nietkopf und Plattenoberfläche erzeugt.
Passende Fassadennieten und Montagematerial für Alu-Verbundplatten finden Sie bei S-Polytec.
Für entsprechende Fassaden- und Verkleidungsanwendungen werden Aluminium-Fassadennieten mit großem Nietkopf eingesetzt. Im hier beschriebenen System besitzen die Nieten einen 5-mm-Schaft und einen 16-mm-Kopf.
Der Fixpunkt positioniert die Platte eindeutig. Die Gleitpunkte besitzen in der Platte größere Bohrungen und ermöglichen dadurch die notwendige Materialbewegung bei Temperaturänderungen.
Im hier beschriebenen Montagesystem werden 8-mm- oder 10-mm-Gleitbohrungen in der Alu-Verbundplatte verwendet. Die tatsächlich erforderliche Größe muss zur Plattengröße, Temperaturbeanspruchung und jeweiligen Montagevorgabe passen.
Das Sonderlehrenmundstück wird an den Gleitpunkten eingesetzt. Es verhindert, dass der Nietkopf vollständig gegen die Platte gezogen wird, und erhält dadurch den vorgesehenen Bewegungsraum.
Das ALU-16 erzeugt einen definierten Abstand von etwa 0,3 mm zwischen Nietkopf und Plattenoberfläche.
Nein. Das Nietgerät muss eine zum Sonderlehrenmundstück passende M10-Gewindeaufnahme besitzen und außerdem für die verwendete Fassadenniete geeignet sein.
Alu-Verbundplatten verändern ihre Abmessungen bei Temperaturänderungen. Wird diese Bewegung durch die Befestigung vollständig verhindert, können Spannungen und Verformungen entstehen.