Welche Plattenstärke ist die richtige? Diese Frage stellt sich bei Kunststoffplatten besonders häufig, wenn Platten als Abdeckung, Sichtscheibe, Regalboden, Maschinenverkleidung, Überdachung oder technische Platte eingesetzt werden. Mit unserem Durchbiegungsrechner können Sie überschlägig berechnen, wie stark sich eine Kunststoffplatte bei einer bestimmten Spannweite und Belastung durchbiegt.
Der Rechner berücksichtigt typische Materialwerte wie E-Modul und Dichte und gibt Ihnen eine Empfehlung, ab welcher Plattenstärke die gewählte Anwendung rechnerisch sinnvoll ist. Die Berechnung eignet sich für viele Kunststoffe aus unserem Sortiment, darunter Acrylglas, Polycarbonat, PETG, PVC-Hart, PE, PP, PTFE, HPL und Alu-Verbundplatten.
Geben Sie Material, Spannweite, Breite, Plattenstärke und Belastung ein. Der Rechner ermittelt die zu erwartende Durchbiegung und empfiehlt eine passende Mindeststärke.
Unter Durchbiegung versteht man die Verformung einer Platte zwischen zwei Auflagepunkten. Wird eine Kunststoffplatte belastet, gibt sie je nach Material, Stärke und Spannweite unterschiedlich stark nach. Eine geringe Durchbiegung ist bei vielen Anwendungen normal. Zu starke Durchbiegung kann jedoch optisch stören oder die Funktion der Platte beeinträchtigen.
Besonders wichtig ist die Berechnung bei Platten, die frei aufliegen oder nur an den Rändern befestigt werden. Dazu gehören beispielsweise Abdeckungen, Schutzscheiben, Regalböden, Klappen, technische Verkleidungen oder transparente Kunststoffplatten für den Außenbereich.
Die Spannweite ist einer der wichtigsten Faktoren. Je größer der Abstand zwischen den Auflagepunkten, desto stärker biegt sich die Platte durch. Eine zusätzliche Unterstützung oder eine kleinere freie Spannweite kann die Durchbiegung deutlich reduzieren.
Nicht jeder Kunststoff ist gleich steif. Acrylglas und PVC-Hart sind vergleichsweise steif, während PE, PP und PTFE deutlich weicher sind. Deshalb benötigen weichere Kunststoffe bei gleicher Spannweite oft eine größere Materialstärke.
Die Plattenstärke hat einen sehr großen Einfluss auf die Steifigkeit. Bereits wenige Millimeter mehr können die Durchbiegung deutlich verringern. Eine Erhöhung von 6 mm auf 8 mm oder von 8 mm auf 10 mm kann in der Praxis einen großen Unterschied machen.
Neben dem Eigengewicht der Platte spielen zusätzliche Lasten eine Rolle. Dazu gehören Schnee, Gegenstände, Druckbelastung oder punktuelle Belastungen. Der Rechner arbeitet mit einer gleichmäßig verteilten Flächenlast in kg/m².
Eine Platte, die nur lose aufliegt, verhält sich anders als eine fest eingespannt montierte Platte. Auch ein Kragarm, also eine einseitig befestigte Platte, biegt sich deutlich stärker durch. Wählen Sie deshalb im Rechner die Auflagerung, die Ihrer Anwendung am nächsten kommt.
Die folgende Reihenfolge zeigt grob, welche Plattenmaterialien besonders steif sind und welche sich bei gleicher Stärke stärker durchbiegen.
| Material | Steifigkeit | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Alu-Verbundplatte | sehr hoch | Verkleidungen, Schilder, Wandpaneele |
| HPL Kompaktplatte | sehr hoch | Fassade, Balkon, robuste Verkleidungen |
| Acrylglas GS / XT | hoch | Sichtscheiben, Displays, Abdeckungen |
| PVC-Hart | hoch | Technische Platten, Behälterbau, Verkleidungen |
| Polycarbonat | mittel | Schutzverglasung, Maschinenschutz, bruchfeste Scheiben |
| PETG | mittel | Schutzscheiben, transparente Verkleidungen |
| PP | gering bis mittel | Chemikalienbeständige Platten, technische Anwendungen |
| PE | gering | Schneidplatten, Gleitplatten, technische Abdeckungen |
| PTFE | sehr gering | Gleit- und Dichtungstechnik |
Der Rechner verwendet typische Richtwerte für E-Modul und Dichte. Je nach Hersteller, Farbe, Temperatur, Plattenaufbau und Langzeitbelastung können die Werte abweichen.
| Material | E-Modul | Dichte | Hinweis |
|---|
Die folgenden Werte sind grobe Orientierungshilfen. Die tatsächlich geeignete Plattenstärke hängt immer von Spannweite, Belastung, Temperatur, Befestigung und optischem Anspruch ab.
| Spannweite | Empfohlene Stärke |
|---|---|
| bis ca. 400 mm | 3–4 mm |
| bis ca. 700 mm | 5–6 mm |
| bis ca. 1000 mm | 8–10 mm |
| Spannweite | Empfohlene Stärke |
|---|---|
| bis ca. 500 mm | 4 mm |
| bis ca. 800 mm | 6 mm |
| bis ca. 1200 mm | 8–10 mm |
| Spannweite | Empfohlene Stärke |
|---|---|
| bis ca. 300 mm | 8 mm |
| bis ca. 600 mm | 10–15 mm |
| bis ca. 1000 mm | 20 mm und stärker |
PE und PP besitzen eine geringere Steifigkeit als Acrylglas, PVC-Hart oder HPL. Das bedeutet: Bei gleicher Plattenstärke und gleicher Spannweite fällt die Durchbiegung bei PE und PP meist deutlich größer aus. Dafür bieten diese Kunststoffe andere Vorteile, etwa eine sehr gute Chemikalienbeständigkeit, hohe Zähigkeit, gute Gleiteigenschaften oder eine geringe Dichte.
Wenn eine PE- oder PP-Platte möglichst formstabil bleiben soll, sollten Sie die Spannweite klein halten, zusätzliche Auflager einplanen oder eine deutlich größere Materialstärke wählen.
Kunststoffe reagieren stärker auf Temperaturänderungen als viele metallische Werkstoffe. Bei steigenden Temperaturen werden viele Kunststoffe weicher und können sich unter Belastung stärker durchbiegen. Gleichzeitig dehnen sich Kunststoffplatten bei Erwärmung aus und ziehen sich bei Kälte wieder zusammen.
Gerade bei Außenanwendungen wie Überdachungen, Carports, Sichtschutzwänden, Abdeckungen oder Fassadenverkleidungen sollten deshalb neben der Durchbiegung auch die Wärmedehnung, ausreichend dimensionierte Befestigungsbohrungen und die maximale Einsatztemperatur berücksichtigt werden.
Wie stark sich verschiedene Materialien wie Acrylglas, Polycarbonat, PVC, PE, PP, HPL oder Alu-Verbundplatten bei Temperaturänderungen ausdehnen, können Sie mit unserem Wärmeausdehnungs-Rechner für Kunststoffplatten einfach berechnen.
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Nutzen Sie den Durchbiegungsrechner, um die passende Plattenstärke besser einzuschätzen, und bestellen Sie Ihre Kunststoffplatte anschließend direkt nach Maß.
Sehr steif sind vor allem HPL Kompaktplatten und Alu-Verbundplatten. Unter den klassischen transparenten Kunststoffen ist Acrylglas steifer als Polycarbonat und PETG.
Acrylglas ist steifer und optisch sehr hochwertig. Polycarbonat ist dagegen deutlich schlagzäher und nahezu unzerbrechlich. Für optische Anwendungen wird häufig Acrylglas verwendet, für bruchfeste Schutzscheiben eher Polycarbonat.
Die Durchbiegung steigt sehr stark mit der Spannweite. Eine kleinere freie Spannweite oder ein zusätzliches Auflager kann die Durchbiegung oft stärker reduzieren als eine nur leicht erhöhte Plattenstärke.
Nein. Der Rechner dient zur Orientierung und Vorplanung. Bei tragenden, sicherheitsrelevanten oder bauaufsichtlich relevanten Anwendungen ist eine fachliche statische Prüfung erforderlich.