HPL-Platten erfordern beim Bohren ein scharfes Werkzeug, eine stabile Auflage und eine sorgfältige Bohrlochplanung. In diesem Blog erklären wir, wie Sie mit einem VHM-HPL-Bohrer saubere Bohrungen ausführen und Fixpunkte sowie Gleitpunkte passend zur Befestigungsart vorbereiten.
Für saubere Bohrungen müssen HPL-Platten vollständig und stabil aufliegen, zuverlässig fixiert sein und mit einem scharfen, für den harten Schichtstoff geeigneten Bohrer bearbeitet werden. Besonders präzise Ergebnisse lassen sich mit einem HPL-Bohrer aus Vollhartmetall und einer feinen Zentrierspitze erzielen.
In diesem Blog zeigen wir, wie Sie Bohrlöcher richtig planen, anzeichnen und ausführen. Außerdem erfahren Sie, worin sich Fixpunkte und Gleitpunkte unterscheiden, welche Bohrdurchmesser für Schraub- und Nietverbindungen infrage kommen und wie eine zwängungsfreie Befestigung von HPL-Platten vorbereitet wird.
HPL-Platten besitzen eine harte und widerstandsfähige Oberfläche, die beim Bohren ein scharfes, verschleißfestes Werkzeug erfordert. Ungeeignete oder stumpfe Bohrer können auf der Oberfläche verlaufen, schnell an Schärfe verlieren oder unsaubere Bohrlochränder verursachen.
Für präzise Bohrungen sind deshalb ein geeigneter HPL-Bohrer, eine vollständig unterstützte Platte und eine kontrollierte Führung der Maschine entscheidend. Auch Drehzahl, Vorschub und Anpressdruck müssen so gewählt werden, dass der Bohrer sauber schneidet und keine übermäßige Wärme entsteht.
Bei mechanisch befestigten Fassaden-, Balkon- oder Verkleidungsplatten muss zusätzlich zwischen Fixpunkten und Gleitpunkten unterschieden werden. Der Fixpunkt legt die Position der Platte fest. Die Gleitpunkte werden größer ausgeführt, damit die HPL-Platte materialbedingte Maßänderungen bei wechselnden Umgebungsbedingungen aufnehmen kann.
Wichtig: Nicht jede Bohrung in einer HPL-Platte ist automatisch ein Fix- oder Gleitpunkt. Diese Unterscheidung ist vor allem bei mechanisch befestigten Platten relevant, die sich bei wechselnden Temperaturen und Umgebungsbedingungen bewegen können.
Planen Sie Zuschnitt, Ausschnitte und Bohrungen gemeinsam, bevor Sie mit der Bearbeitung beginnen. Hinweise zur Werkzeugwahl und Schnittführung finden Sie in unserem Blog zum Schneiden von HPL-Platten.
Für das Bohren von HPL-Platten empfehlen wir einen speziell für harte Fassaden- und Kompaktplatten ausgelegten Bohrer aus Vollhartmetall. Vollhartmetall ist für die harte HPL-Oberfläche besonders verschleißfest und eignet sich daher auch für wiederkehrende Bohrungen.
Der S-Polytec VHM-HPL-Bohrer verfügt über eine spezielle Bohrkopfgeometrie mit scharfen Schneidkanten. Die feine Zentrierspitze erleichtert das exakte Ansetzen auf der Markierung und reduziert die Gefahr, dass der Bohrer auf der harten Dekoroberfläche abrutscht.
Die weiten Spannuten und die angepasste Spiralgeometrie unterstützen den Abtransport der Bohrspäne. Dadurch lässt sich eine übermäßige Wärmeentwicklung reduzieren, sofern mit einer angemessenen Drehzahl, gleichmäßigem Vorschub und ohne hohen Anpressdruck gearbeitet wird.
| Merkmal | Ausführung des S-Polytec HPL-Bohrers |
|---|---|
| Material | Vollhartmetall mit gehärteter Bohrschneide |
| Bohrertyp | Rechtsdrehender Spiralbohrer |
| Bohrkopf | Spezielle Geometrie für harte Plattenoberflächen |
| Zentrierung | Feine und scharfe Zentrierspitze |
| Spirallänge | 25 mm |
| Gesamtlänge | 80 mm |
| Aufnahme | Zylinderschaft |
| Geeignete Maschinen | Bohrmaschine, Akkuschrauber oder geeignete Säulenbohrmaschine ohne Schlagfunktion |
Herkömmliche Holz-, Metall- oder Universalbohrer sollten nicht pauschal als gleichwertige Alternative betrachtet werden. Ob damit einzelne Bohrungen möglich sind, hängt von Werkzeugqualität, Geometrie, Schärfe und Anwendung ab. Für präzise und wiederholbare Befestigungsbohrungen ist ein speziell ausgelegter VHM-HPL-Bohrer die bevorzugte Lösung.
Beim S-Polytec VHM-HPL-Bohrer ist ein zusätzliches Vorbohren mit einem kleineren Bohrer in der Regel nicht erforderlich. Die scharfe Zentrierspitze ermöglicht es, den Bohrer direkt auf dem angezeichneten Lochmittelpunkt anzusetzen.
Achtung: Bei einem Schlagbohrschrauber muss die Schlagfunktion vollständig deaktiviert sein. Schläge können die Schneide des HPL-Bohrers beschädigen und die Qualität der Bohrung beeinträchtigen.
Die scharfe Zentrierspitze erleichtert das genaue Ansetzen. Mit einem Klick auf die Produktaufnahme gelangen Sie direkt zum S-Polytec VHM-HPL-Bohrer.
Das Bohrbild sollte vollständig feststehen, bevor die erste Markierung auf die Platte übertragen wird. Position und Durchmesser der Bohrungen richten sich nicht allein nach der gewünschten Optik, sondern auch nach dem Plattenformat, der Unterkonstruktion, dem Befestigungsmittel und der späteren Beanspruchung.
Das Bohrbild muss mit der Unterkonstruktion fluchten. Ein sauber gesetztes Loch in der HPL-Platte ist nicht nutzbar, wenn sich dahinter kein tragfähiges Profil befindet oder das Befestigungsmittel nicht mittig in der Unterkonstruktion positioniert werden kann.
HPL-Platten können ihre Abmessungen bei wechselnden Temperaturen und Umgebungsbedingungen verändern. Wird diese Bewegung durch mehrere starre Befestigungspunkte blockiert, können Spannungen, Wölbungen oder Schäden an Platte und Befestigung entstehen.
Die erwartete Materialbewegung beeinflusst deshalb die erforderliche Größe der Gleitpunktbohrungen und das notwendige Spiel zwischen den einzelnen Bauteilen. Bei dunklen HPL-Platten ist eine sorgfältige Planung besonders wichtig, weil sich dunkle Oberflächen bei direkter Sonneneinstrahlung stärker erwärmen können.
Die mögliche temperaturbedingte Längenänderung lässt sich mit dem Wärmeausdehnungsrechner überschlägig ermitteln.
Bei Fassaden, Balkonverkleidungen und anderen Außenanwendungen müssen Platte, Unterkonstruktion und Befestigung als zusammengehöriges System betrachtet werden. Die konkrete Dimensionierung richtet sich nach der gewählten Platte, der Einbausituation und den Vorgaben des jeweiligen Befestigungssystems.
Für saubere Bohrungen benötigen Sie neben dem geeigneten HPL-Bohrer eine stabile Arbeitsfläche, eine durchgehende Opferplatte und Fixiermittel, die das Werkstück zuverlässig gegen Verrutschen sichern.
Bei mehreren identischen Bauteilen kann eine Bohrschablone helfen, die Bohrpunkte wiederholgenau auf die HPL-Platten zu übertragen. Die Schablone muss sicher positioniert werden und darf sich beim Markieren oder Bohren nicht verschieben.
Eine Säulenbohrmaschine eignet sich vor allem für kleinere Werkstücke, die vollständig auf dem Maschinentisch aufliegen und sicher fixiert werden können. Große HPL-Platten dürfen nicht improvisiert oder nur teilweise abgestützt bearbeitet werden.
Sicherheit: Prüfen Sie den Bohrer vor der Verwendung auf Beschädigungen. Die Zentrierspitze und die Schneidkanten sind sehr scharf. Bewahren Sie den HPL-Bohrer vor und nach dem Einsatz in der vorgesehenen Schutzhülle auf.
Legen Sie die HPL-Platte vollständig und plan auf eine ebene Opferplatte. Die Unterlage muss die Austrittsseite des Bohrers direkt unterstützen. Die Bohrstelle darf weder frei überstehen noch über einem Hohlraum liegen.
Fixieren Sie die HPL-Platte so, dass sie sich weder verschieben noch drehen oder anheben kann. Alle Zwingen müssen tatsächlich die Platte und die darunterliegende Auflage beziehungsweise Arbeitsfläche miteinander verspannen. Zwingen, die nur am Rand anliegen oder keinen festen Gegenhalt besitzen, bieten keine zuverlässige Sicherung.
Die Zentrierspitze des HPL-Bohrers ermöglicht ein präzises Ansetzen auf der Markierung. Ein kräftiger Körnerschlag ist nicht erforderlich und sollte auf der harten Dekoroberfläche vermieden werden.
Ein Streifen Malerkrepp kann das gut sichtbare Anzeichnen der Bohrpunkte erleichtern und die Oberfläche im markierten Bereich zusätzlich schützen. Das Klebeband ersetzt jedoch weder die Zentrierspitze des HPL-Bohrers noch die sichere Fixierung der Platte.
Bohrpunkte exakt übertragen, die HPL-Platte vollflächig unterstützen und alle Bauteile zuverlässig miteinander verspannen.
Praxis-Tipp: Führen Sie nach Möglichkeit zuerst eine Probebohrung an einem Reststück derselben Plattenart und Stärke aus. So lassen sich Drehzahl, Vorschub und Bohrergebnis prüfen, bevor die fertige Platte bearbeitet wird.
Spannen Sie den Zylinderschaft des VHM-Bohrers gerade und ausreichend tief in das Bohrfutter ein. Prüfen Sie anschließend, ob der Bohrer sicher gehalten wird und beim langsamen Drehen keinen sichtbaren Rundlauf aufweist.
Stellen Sie die Bohrmaschine oder den Akkuschrauber auf Bohren ohne Schlag. Wählen Sie zunächst eine moderate und zum Bohrerdurchmesser passende Drehzahl. Größere Bohrdurchmesser werden in der Regel mit geringerer Drehzahl ausgeführt als kleine Durchmesser.
Erhöhen Sie die Drehzahl nur, wenn der Bohrer sauber schneidet, die Bohrspäne zuverlässig abgeführt werden und keine übermäßige Wärme entsteht. Eine feste Universaldrehzahl lässt sich nicht für jede Maschine, jeden Bohrerdurchmesser und jede Plattenstärke angeben.
Maßgeblich sind die Angaben des Werkzeug- und Maschinenherstellers sowie ein kontrollierter Bohrvorgang ohne hohe Wärmeentwicklung, starken Anpressdruck oder sichtbare Beschädigungen an den Bohrlochrändern.
Setzen Sie die Zentrierspitze exakt auf den angezeichneten Lochmittelpunkt. Halten Sie die Maschine rechtwinklig zur Plattenoberfläche. Eine schräg angesetzte Maschine kann zu einem schiefen Bohrloch, einem einseitigen Austritt oder einem verminderten Bewegungsspiel führen.
Starten Sie die Maschine kontrolliert und führen Sie den Bohrer mit gleichmäßigem Vorschub durch die Platte. Üben Sie keinen hohen Druck aus. Die scharfen Schneidkanten sollen das Material schneiden und nicht durch starken Anpressdruck in die Platte gepresst werden.
Zu hoher Druck kann den Bohrer und die Oberfläche belasten. Ein zu geringer Vorschub, bei dem der Bohrer längere Zeit im Loch reibt, kann dagegen unnötige Wärme erzeugen. Achten Sie deshalb auf einen gleichmäßigen Bohrfortschritt und einen freien Abtransport der Bohrspäne.
Die darunterliegende Opferplatte stützt die Austrittsseite. Führen Sie den Bohrer gerade durch die HPL-Platte und nur so weit in die Unterlage, wie es für eine vollständige Durchgangsbohrung erforderlich ist.
Ziehen Sie den Bohrer nach dem Durchdringen der Platte ohne seitliches Verkanten zurück. Ein seitliches Hebeln mit dem laufenden Bohrer kann den Lochdurchmesser unkontrolliert verändern und die Bohrlochränder beschädigen.
Den HPL-Bohrer rechtwinklig ansetzen und ohne hohen Druck kontrolliert durch die vollständig unterstützte Platte führen.
Vorgang unterbrechen: Stoppen Sie, wenn sich die Platte bewegt, die Maschine verkantet, der Bohrer sichtbar verläuft oder ungewöhnlich starke Wärme entsteht. Prüfen Sie anschließend Auflage, Fixierung, Drehzahl und Werkzeugzustand.
Bei mechanisch befestigten HPL-Platten im Außenbereich muss die Befestigung eine sichere Positionierung ermöglichen, ohne die materialbedingte Bewegung vollständig zu blockieren. In vielen zwängungsfreien Montagesystemen wird dafür ein definierter Fixpunkt je Platte mit mehreren Gleitpunkten kombiniert.
Der Fixpunkt legt die Position der HPL-Platte auf der Unterkonstruktion fest. Er verhindert, dass sich das gesamte Bauteil bei Temperaturänderungen unkontrolliert verschiebt. Je nach Befestigungssystem wird hierfür eine zum Befestigungsmittel passende Bohrung verwendet.
Bei einer Nietverbindung auf einer Aluminium-Unterkonstruktion wird für den Fixpunkt meist ein Bohrdurchmesser von 5,1 mm verwendet. Bei einer Verschraubung mit geeigneten Fassaden- oder Balkonschrauben kann ein Fixpunkt mit 6,0 mm ausgeführt werden. Die konkrete Ausführung muss immer zum verwendeten Befestigungssystem passen.
Gleitpunkte halten die HPL-Platte an der Unterkonstruktion, erlauben aber eine begrenzte Bewegung um den Schaft des Befestigungsmittels. Dafür wird das Bohrloch in der Platte größer als der Schaft der Schraube oder Niete ausgeführt.
Bei HPL-Platten kommen für Gleitpunkte häufig Bohrdurchmesser von etwa 8 bis 10 mm zum Einsatz. Der tatsächlich erforderliche Durchmesser hängt unter anderem vom Befestigungsmittel, dem Plattenformat, der Befestigungsart und dem vorgesehenen Bewegungsspiel ab.
| Befestigungsart | Fixpunkt in der HPL-Platte | Gleitpunkt in der HPL-Platte |
|---|---|---|
| Fassadennieten auf Aluminium-Unterkonstruktion | Meist 5,1 mm | Je nach System etwa 8 bis 10 mm |
| Fassadenschrauben auf Holz-Unterkonstruktion | Häufig 6,0 mm | Häufig 8,0 mm |
| Balkonschrauben auf Metall-Unterkonstruktion | Häufig 6,0 mm | Abhängig von Schraube, Plattenformat und Montagesystem |
Die Tabelle dient als Orientierung für die im S-Polytec-Sortiment angebotenen Bohrer und Befestigungsmittel. Die konkreten Vorgaben des eingesetzten Platten- und Befestigungssystems haben immer Vorrang.
Wie die vorbereiteten Fix- und Gleitpunkte anschließend mit Fassadenschrauben, Balkonschrauben oder Fassadennieten montiert werden, erklären wir im Blog zum Befestigen von HPL-Platten.
Bei einem Gleitpunkt wird nur die Bohrung in der HPL-Platte vergrößert. Die Bohrung in einer Aluminium-Unterkonstruktion bleibt passend zum Schaft der vorgesehenen Fassadenniete. Eine vergrößerte Bohrung in der Unterkonstruktion würde die sichere Führung der Niete beeinträchtigen.
Auch bei Schraubverbindungen muss die Unterkonstruktion passend zur verwendeten Schraube vorbereitet werden. Die größere Gleitpunktbohrung in der HPL-Platte darf nicht ungeprüft auf Holz-, Aluminium- oder Stahlprofile übertragen werden.
Die Schraube oder Niete sollte mittig im vergrößerten Bohrloch sitzen. Befindet sich das Befestigungsmittel einseitig am Bohrlochrand, steht der erforderliche Bewegungsweg nur noch in eine Richtung zur Verfügung.
Gleitpunkte dürfen bei der anschließenden Montage nicht so stark geklemmt werden, dass die vorgesehene Plattenbewegung blockiert wird. Die Verbindung darf die HPL-Platte nicht wie ein zusätzlicher Fixpunkt festsetzen.
Passende Fassadenschrauben und Fassadennieten müssen auf Platte, Unterkonstruktion und Einbausituation abgestimmt werden.
Der Fixpunkt bestimmt die Position der Platte. Die größere Gleitpunktbohrung stellt den erforderlichen Bewegungsraum bereit.
Bohrlöcher dürfen nicht beliebig nah an Plattenkanten, Ecken oder Ausschnitten positioniert werden. Ein zu geringer Randabstand kann den verbleibenden Materialquerschnitt schwächen und das Risiko von Ausbrüchen oder Schäden bei der Montage erhöhen.
Eine allgemeingültige Millimeterangabe lässt sich nicht für jede HPL-Platte und jede Anwendung festlegen. Der erforderliche Randabstand hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
Auch die Abstände zwischen den einzelnen Befestigungspunkten richten sich nach Plattenformat, Plattenstärke, Unterkonstruktion, Befestigungssystem und auftretenden Belastungen. Maßgeblich sind die technischen Vorgaben des eingesetzten Platten- und Befestigungssystems.
Planungshinweis: Bei einer rein dekorativen Verkleidung gelten andere Anforderungen als bei einer HPL-Platte, die als absturzsichernde Balkonfüllung eingesetzt wird. Für absturzsichernde, tragende oder bauaufsichtlich relevante Anwendungen sind eine fachgerechte Planung und ein geeigneter Systemnachweis erforderlich.
Entfernen Sie nach dem Bohren lose Bohrspäne und kontrollieren Sie jede Bohrung, bevor die Platte montiert wird. Eine Sichtprüfung hilft, beschädigte Bohrlochränder, falsche Durchmesser oder Abweichungen im Bohrbild frühzeitig zu erkennen.
Kleine Grate können vorsichtig entfernt werden. Verwenden Sie dafür nur ein geeignetes Werkzeug und bearbeiten Sie ausschließlich den Bohrlochrand. Die dekorative Oberfläche darf nicht großflächig angeschliffen werden.
Ein Bohrloch sollte nicht durch seitliches Bewegen des laufenden Bohrers vergrößert werden. Wird ein anderer Durchmesser benötigt, verwenden Sie einen passenden HPL-Bohrer und führen Sie die Bohrung kontrolliert aus.
Hinweis: Senken Sie Bohrlöcher nur, wenn dies für das konkrete Befestigungssystem ausdrücklich vorgesehen ist. Die bei Holzwerkstoffen übliche Verarbeitung von Senkkopfschrauben darf nicht ungeprüft auf HPL-Fassaden- oder Balkonplatten übertragen werden.
Werden während des Bohrens Ausbrüche, ungewöhnliche Geräusche oder eine starke Erwärmung festgestellt, sollte der Arbeitsvorgang unterbrochen werden. Prüfen Sie anschließend Bohrer, Drehzahl, Vorschub, Auflage und Fixierung.
Einzelne Befestigungsbohrungen können mit einer stabilen Auflage, sicherer Fixierung und dem passenden HPL-Bohrer selbst ausgeführt werden. Bei großen Stückzahlen, wiederkehrenden Bohrbildern oder engen Vorgaben für Lochpositionen und Achsabstände kann eine professionelle CNC-Bearbeitung jedoch wirtschaftlicher und wiederholgenauer sein.
| Situation | Sinnvolle Lösung |
|---|---|
| Wenige einfache Bohrungen und geeignete Ausstattung vorhanden | Eigenbearbeitung mit VHM-HPL-Bohrer |
| Mehrere Platten mit identischem Bohrbild | Bohrschablone oder professionelle CNC-Bearbeitung |
| Exakte Lochpositionen und Achsabstände erforderlich | Professionelle CNC-Bearbeitung |
| Fix- und Gleitpunkte müssen nach Zeichnung gefertigt werden | CNC-Bearbeitung nach freigegebenen Fertigungsdaten |
| Platte kann am vorhandenen Arbeitsplatz nicht sicher aufgelegt werden | Professionelle Bearbeitung |
| Sicherheitsrelevante oder statisch zu bemessende Anwendung | Fachplanung und Fertigung nach freigegebener Zeichnung |
Geeignete HPL-Platten im Zuschnitt können direkt in der benötigten Länge und Breite konfiguriert werden. Wiederkehrende Bohrbilder sowie präzise Fix- und Gleitpunktbohrungen lassen sich über den CNC-Frässervice nach Zeichnung umsetzen. Unsere CNC-Fräsmaschinen erreichen dabei eine Fertigungstoleranz von etwa ±0,3 mm auf der X- und Y-Achse.
Entscheidend beim Bohren von HPL-Platten sind ein scharfer VHM-HPL-Bohrer, eine direkt unter der Bohrstelle liegende Opferplatte und die richtige Unterscheidung zwischen Fix- und Gleitpunkten.
Setzen Sie den Bohrer rechtwinklig auf der Markierung an und arbeiten Sie mit einer zum Bohrerdurchmesser passenden Drehzahl, gleichmäßigem Vorschub und ohne hohen Anpressdruck. Die Schlagfunktion der Maschine muss deaktiviert sein.
Bei mechanisch befestigten Fassaden- und Balkonplatten wird ein definierter Fixpunkt mit mehreren Gleitpunkten kombiniert. Der Fixpunkt legt die Position der Platte fest. Die größeren Gleitpunktbohrungen ermöglichen die erforderliche Materialbewegung.
Für Nietverbindungen auf Aluminium-Unterkonstruktionen wird am Fixpunkt meist ein Durchmesser von 5,1 mm verwendet. Gleitpunkte werden je nach System etwa 8 bis 10 mm groß gebohrt. Bei Schraubverbindungen kommen häufig 6,0 mm für den Fixpunkt und 8,0 mm für die Gleitpunkte zum Einsatz.
Die konkreten Bohrdurchmesser, Randabstände und Befestigungsabstände müssen immer auf Platte, Unterkonstruktion, Befestigungsmittel und Einbausituation abgestimmt werden.
Für präzise Bohrungen empfiehlt sich ein speziell für harte Fassaden- und Kompaktplatten ausgelegter HPL-Bohrer aus Vollhartmetall. Eine scharfe Zentrierspitze erleichtert das genaue Ansetzen und verhindert, dass der Bohrer auf der harten Oberfläche abrutscht.
Ob einzelne Bohrungen gelingen, hängt von Geometrie, Schärfe und Qualität des Bohrers ab. Herkömmliche Bohrer können bei der harten HPL-Oberfläche jedoch schneller verschleißen oder unsaubere Bohrlochränder verursachen. Für genaue und wiederholbare Ergebnisse ist ein VHM-HPL-Bohrer die bevorzugte Lösung.
Beim S-Polytec VHM-HPL-Bohrer ist ein zusätzliches Vorbohren mit einem kleineren Bohrer in der Regel nicht erforderlich. Die Zentrierspitze ermöglicht ein präzises Ansetzen auf dem markierten Lochmittelpunkt.
Verwenden Sie einen scharfen HPL-Bohrer, legen Sie die Platte vollständig auf eine ebene Opferplatte und fixieren Sie sie zuverlässig. Bohren Sie rechtwinklig mit gleichmäßigem Vorschub und ohne hohen Anpressdruck.
Der Fixpunkt legt die Position der HPL-Platte auf der Unterkonstruktion fest. Er verhindert, dass sich das gesamte Bauteil bei Temperaturänderungen unkontrolliert verschiebt. Die übrigen Befestigungen werden bei einer zwängungsfreien Montage als Gleitpunkte ausgeführt.
Ein Gleitpunkt besitzt in der HPL-Platte ein größeres Bohrloch als der Schaft des Befestigungsmittels. Dadurch kann sich die Platte bei Temperaturänderungen bewegen, ohne dass die Befestigung vollständig gelöst wird.
Bei HPL-Platten kommen für Gleitpunkte häufig Durchmesser von etwa 8 bis 10 mm zum Einsatz. Der genaue Durchmesser richtet sich nach dem Befestigungsmittel, dem Plattenformat und den Vorgaben des verwendeten Befestigungssystems.
Für Nietverbindungen auf einer Aluminium-Unterkonstruktion wird am Fixpunkt meist ein Bohrdurchmesser von 5,1 mm verwendet. Gleitpunkte in der HPL-Platte werden je nach System größer und häufig mit etwa 8 bis 10 mm ausgeführt.
Nein. Bei einer Nietverbindung wird nur die Bohrung in der HPL-Platte vergrößert. Die Aluminium-Unterkonstruktion wird passend zum Schaft der vorgesehenen Niete gebohrt. Auch bei Schrauben muss die Unterkonstruktion passend zum jeweiligen Befestigungsmittel vorbereitet werden.
Beginnen Sie mit einer moderaten und zum Bohrerdurchmesser passenden Drehzahl. Größere Bohrer werden in der Regel langsamer eingesetzt als kleine Durchmesser. Erhöhen Sie die Drehzahl nur, wenn der Bohrer sauber schneidet, die Bohrspäne abgeführt werden und keine übermäßige Wärme entsteht.
Ein pauschaler Randabstand gilt nicht für jede Platte und Anwendung. Der erforderliche Abstand hängt unter anderem von Plattenstärke, Format, Befestigungsmittel, Unterkonstruktion und Belastung ab. Beachten Sie deshalb die Vorgaben des Platten- und Befestigungssystems.
Nein. Die Schlagfunktion muss vollständig deaktiviert sein. Schläge können den HPL-Bohrer beschädigen und zu einer unsauberen oder beschädigten Plattenoberfläche führen.
Eine CNC-Bearbeitung ist sinnvoll, wenn mehrere Platten dasselbe Bohrbild erhalten sollen, exakte Lochpositionen und Achsabstände erforderlich sind oder Fix- und Gleitpunkte nach einer technischen Zeichnung gefertigt werden müssen.